Tödliche Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA

8. Juli 2016, 11:06
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Insbesondere der Fall des in Polizeigewahrsam misshandelten Freddie Gray, tödliche Schüsse auf Michael Brown und Trayvon Martin sorgten für Aufsehen und Ausschreitungen

Dallas – In der US-Stadt Dallas fielen bei einem Protestmarsch gegen Polizeigewalt tödliche Schüsse auf Beamte. Zuvor waren kurz nacheinander zwei Schwarze von Polizisten erschossen worden. Das brutale Vorgehen weißer US-Polizisten gegen Schwarze sorgt seit Jahren für Schlagzeilen. Fälle aus jüngerer Zeit:

Juli 2016: In Falcon Heights (Minnesota) stirbt der 32-jährige Philando Castile im Krankenhaus, nachdem ein Polizist bei einer Fahrzeugkontrolle mehrfach auf ihn geschossen hatte. Nur einen Tag zuvor hatten zwei Beamte in Baton Rouge (Louisiana) den 37-jährigen Alton Sterling auf einem Parkplatz zu Boden gezwungen und ihn aus nächster Nähe erschossen.

Mai 2016: Am Steuer eines gestohlenen Autos wird eine junge Afroamerikanerin in San Francisco von einer Polizeikugel tödlich getroffen. Auf Druck des Bürgermeisters nimmt der Polizeichef seinen Hut.

Dezember 2015: In Chicago erschießen Polizisten eine fünffache Mutter und einen Studenten. Beide sind schwarz. Der 19-Jährige hatte seinen Vater mit einem Baseballschläger gedroht, die Nachbarin wird nach Polizeiangaben aus Versehen getroffen.

Juli 2015: Ein Polizist erschießt in Cincinnati (Ohio) bei einer Verkehrskontrolle einen unbewaffneten Schwarzen. Sein Wagen hatte vorne kein Nummernschild.

April 2015: Der Afroamerikaner Freddie Gray stirbt in Baltimore (Maryland) an den Folgen einer Rückenverletzung. Er war in Polizeigewahrsam misshandelt worden. Es kommt zu schweren Krawallen. Zwei von sechs Polizisten, die angeklagt wurden, wurden bisher freigesprochen.

April 2015: In North Charleston (South Carolina) erschießt ein Polizist einen flüchtenden, unbewaffneten Schwarzen von hinten. Der auf einem Video festgehaltene Fall sorgt international für Aufsehen.

März 2015: Tödliche Schüsse auf einen unbewaffneten jungen Schwarzen lösen in Madison (Wisconsin) Proteste aus. Angeblich schoss der Polizist in Notwehr.

Dezember 2014: Ein vierfacher schwarzer Familienvater wird in Phoenix (Arizona) nach einer Polizeikontrolle erschossen, weil er seine Hand nicht aus der Hosentasche nehmen wollte. Darin waren Tabletten und keine Waffe. Es kommt zu einer landesweiten Protestwelle.

August 2014: Der unbewaffnete schwarze Teenager Michael Brown wird in Ferguson bei St. Louis (Missouri) von einem Polizisten erschossen. Der Vorfall löst schwere Unruhen aus. Später tritt der Polizeichef von Ferguson zurück – nach einem Bericht des Justizministeriums über weit verbreiteten Rassismus bei der Polizei. Mittlerweile ist dort ein Schwarzer Polizeichef. (APA, 8.7.2016)

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