Mit winzigen Medikamenten gegen Schmerzen

8. Juli 2016, 09:54
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Geringe Dosis, hohe Wirkung: Chemiker der Uni Graz erforschen Nano-Arzneien aus Zellulose. Ihr Vorteil: Die geringen Mengen können schnell wieder abgebaut werden

Schmerz lass nach, und das am besten gleich und ohne Nebenwirkungen. Grazer Chemiker erforschen neue Ansätze für Arzneimittel basierend auf Zellulose-Nanopartikeln, die mit Wirkstoffen angereichert werden. Das Medikament kann so in winzigen Dosen verabreicht, sofort in den Blutkreislauf gebracht und schnell wieder abgebaut werden.

Medikamente sind aus Zellulose-Nanopartikeln aufgebaut, an deren Oberfläche wiederum Andockstellen die Positionierung an jenen Stellen ermöglichen sollen, wo die Wirkstoffe tatsächlich gebraucht werden. "Diese Nanopartikel sind wiederum mit den Arzneistoffen angereichert", erklärt Volker Ribitsch vom Institut für Chemie an der Uni Graz. Die Dimensionen der Partikel sind überaus winzig und liegen zwischen 100 und 400 Nanometer.

Es ist Grundlagenforschung, die die Chemiker der Uni Graz rund um Ribitsch in Kooperation mit Forschern der Universitäten Maribor (Slowenien), Jena (Deutschland) und Abo in Turku (Finnland) betreiben. Doch die ersten Resultate machen Hoffnung auf völlig neue Therapieansätze, wenngleich die tatsächliche Anwendung noch in der Zukunft liegt.

Schnelle Aufnahme

Projektmitarbeiter Tamilselvan Mohan hat gemeinsam mit Kollegen der Partner-Universitäten die Wirkungsweise untersucht: "Da Zellulose zu den Polysacchariden und damit zu den wasserlöslichen Substanzen zählt, wird sowohl der Transport und die Wechselwirkung mit dem Blutkreislauf extrem begünstigt als auch die Aufnahme beschleunigt."

Darüber hinaus können durch die exakte Dosierung zum einen Nebenwirkungen deutlich reduziert werden, zum anderen wird die biologische Grundsubstanz im Körper gut verträglich verarbeitet.

Ein möglicher Anwendungsbereich liegt in der Behandlung von Schmerzen. Mit Hilfe magnetischer Nanopartikel könnten die Arzneimittel in einem weiteren Schritt noch gezielter an betroffene Stellen, etwa Entzündungsherde, gebracht werden, um dann dort punktgenau die heilenden Wirkstoffe freizusetzen. (red, 8.7.2016)

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