Bürger gegen Spar-Zwang am Attersee: "Lassen uns nicht frotzeln"

7. Juli 2016, 16:15
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Einkaufsmeile soll in Ufernähe entstehen – "Dringliche" des Bürgermeisters sorgt für Volkszorn

Linz – Rund um das Nahversorgerkonzept der Zukunft scheiden sich in der Attersee-Gemeinde Seewalchen seit geraumer Zeit die Geister: Der Spar-Konzern plant 200 Meter vom See entfernt einen Eurospar mit Fachmarktzentrum – was die Bürgerinitiative "Lebensraum Attersee" verhindern will. Für neuerlichen Zündstoff sorgt jetzt ein Dringlichkeitsantrag bei der letzten Gemeinderatssitzung Ende Juni – eingebracht von Ortschef Johann Reiter (ÖVP).

Konkret ging es dabei um einen Erlass eines Raumordnungsprogramms zugunsten von Spar. 14 Seiten des Landes, die der Gemeinde mit der Möglichkeit einer Stellungnahme übermittelt wurden. "Der Bürgermeister hatte es offensichtlich besonders eilig damit. Keine der Fraktionen konnte sich ausreichend vorbereiten. Und mit einem Dringlichkeitsantrag wird sowas dann mit einer positiven Stellungnahme der Gemeinde versehen", ärgert sich Gegnerin Anna Tostmann-Grosser. Der Bürgermeister verspreche "volle Transparenz", setze aber solche Geheimaktionen. Tostmann: "Jeder Mistkübel kommt sonst bei uns in einen Ausschuss. Wir lassen uns nicht frotzeln."

Für den Bürgermeister ist der Vorwurf "einfach lächerlich". Reiter: " Bitte, die Tagesordnung war schon beschlossen. Ich wollte aber den Erlass im Gemeinderat besprechen. Was dann nur noch mit einer Dringlichen ging." (Markus Rohrhofer, 7.7.2106)

  • Für viele Bürger soll der Fisch auch künftig direkt aus dem See und nicht über die Eurospar-Budl' am Ufer kommen.
    gemeinde seewalchen

    Für viele Bürger soll der Fisch auch künftig direkt aus dem See und nicht über die Eurospar-Budl' am Ufer kommen.

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