Voestalpine setzt auf Automobilsektor

7. Juli 2016, 15:59
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Der heimische Stahlhersteller will mit Innovationen im Automotivesektor punkten

Schwäbisch Gmünd – Der heimische Stahlhersteller Voestalpine will im Automobilsektor weiter zulegen. Schon derzeit erwirtschaftet der Konzern 48 Prozent des Umsatzes von rund 11 Milliarden Euro im Mobilitätsbereich, der Automotivesektor trägt 32 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Der Mobilitätsbereich soll bis 2020 auf 50 Prozent steigen, bekräftigt Konzernchef Wolfgang Eder am Donnerstag anlässlich der Eröffnung einer neuen Anlage für phs-directform am Standort Schwäbisch-Gmünd in Deutschland.

Schwäbisch-Gmünd – angesiedelt in der Nähe der Kunden aus der Automobilindustrie – ist für die Österreicher das Kompetenzzentrum in Sachen automobiler Leichtbau. Rund 630 Mitarbeiter arbeiten hier. 21 Millionen Bauteile laufen jährlich vom Band. In die neue Produktionsstätte wurden elf Millionen Euro investiert, um ein neues Verfahren zur Umformung von höchstfestem Stahl umsetzen zu können. Produziert werden hier sicherheitsrelevante Bauteile für die Karosserie – etwa die Säulen zwischen Vorder- und Hintertür oder Streben in Seitenwänden und Türen. Eines der ersten Fahrzeuge, das mit einem der Bauteile aus Schwäbisch-Gmünd ausgestattet worden ist, war etwa der Porsche Panamera. Mittlerweile beliefert die Voest Premiumhersteller wie Daimler, Audi oder BMW. Deutschland ist mit über 50 Standorten nicht nur für die Produktion wichtig, 30 Prozent des Gesamtumsatzes werden hier erwirtschaftet.

Im neuen Verfahren kommt man mit einem Prozessschritt weniger aus. "Wir haben als Erster weltweit den Technologiesprung zur direkten Warmumformung von verzinktem Stahl möglich gemacht", schwärmt Vorstand Peter Schwab. Neue Mitarbeiter braucht man für die Anlage allerdings nicht. Die vollautomatisierte Straße kann derzeit von vier, im Vollbetrieb von sieben Menschen betreut werden. Dass die Zukunft in dieser Art von Produktionsstätte liegt, macht Eder auch klar: "Wir denken über ein neues Edelstahlwerk nach, das komplett Industrie 4.0. ist. Jeder Kompromiss wäre hier falsch."

Was den Neubau eines Werkes in der Steiermark betrifft, soll in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres die Entscheidung fallen, sagt Eder. Insgesamt hat der Konzern zuletzt 1,3 Milliarden Euro investiert. Das Volumen soll heuer ähnlich hoch bleiben. (Regina Bruckner aus Schwäbisch Gmünd, 7.7.2016)

Die Reise nach Schwäbisch-Gmünd erfolgte auf Einladung der Voestalpine.

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