OECD: Deutsches Jobwunder bald am Ende

7. Juli 2016, 13:59
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Arbeitslosigkeit wird aufgrund der steigenden Zahl an Flüchtlingen nicht mehr weiter sinken

Berlin – Die OECD sagt Deutschland ein allmähliches Endes des Jobwunders voraus. "Der kontinuierliche Rückgang der Arbeitslosenquote in Deutschland kommt mit einer Stabilisierung in der zweiten Jahreshälfte 2016 und im Jahr 2017 vorläufig zum Ende", teilte die Industriestaaten-Gruppe am Donnerstag in ihrem Beschäftigungsausblick mit.

Hauptgrund sei, dass immer mehr Flüchtlinge am Arbeitsmarkt ankämen und viele zunächst arbeitslos seien. Ihre Eingliederung durch Sprachkurse und Ausbildung seien deshalb die wichtigste Aufgabe für die Arbeitsmarktpolitik, sagte OECD-Expertin Kristine Langenbucher.

Die Flüchtlinge kommen auf dem Jobmarkt derzeit überwiegend nur für Hilfsjobs infrage, wie aus Daten der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Juni einmal auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren.

Insgesamt sieht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Lage am deutschen Arbeitsmarkt positiv. Denn anders als in vielen anderen OECD-Ländern seien die Reallöhne hierzulande zuletzt spürbar gestiegen. Zudem habe die Zahl der Langzeitarbeitslosen abgenommen und die Beschäftigungsquote der Bevölkerung liege deutlich über dem OECD-Schnitt.

Deutschland schneidet dem Bericht zufolge überdurchschnittlich ab bei Mitarbeiterbeteiligung, leistungsabhängiger Bezahlung, Weiterbildung und Arbeitszeitflexibilität. Bei der Arbeitsorganisation allerdings – dazu zählen etwa Teamarbeit, Autonomie und Jobrotation – "hinkt Deutschland deutlich hinter Ländern wie Schweden, Finnland und Dänemark zurück". (APA/Reuters, 7.7.2016)

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