Ungarn will Grenzen kontrollieren, Österreich soll aufhören

7. Juli 2016, 13:39
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Ministertreffen Sobotka, Doskozil mit Amtskollegen aus Ungarn am Donnerstag

Wien – Auch nach einem Gespräch des ungarischen Botschafters Janos Perenyi im Innenministerium ist kein Ende der Streitigkeiten um die Kontrollen an der österreichisch-ungarischen Grenze in Sicht. "Ungarn wird weiterhin kontrollieren und hat dafür auch keine Begründung genannt", sagte ein Sprecher von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) am Donnerstag.

Ungarns Außenminister Peter Szijjarto wiederum erklärte bei einer Pressekonferenz in Budapest, die österreichischen Grenzkontrollen seien "ungerechtfertigt", wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Ungarn mache an der serbisch-ungarischen und der kroatisch-ungarischen Grenze "seinen Job", daher wären Kontrollen an der Grenze zu Österreich nicht nötig.

Österreich will weitermachen

Anders sieht man das freilich im Wiener Innenministerium und verweist darauf, dass jede Woche Hunderte aus Ungarn kommende Flüchtlinge aufgegriffen würden. Daher "werden wir auf Zuruf der Ungarn sicher nicht die Grenzkontrollen beenden", erklärte Sobotkas Sprecher.

Die gemeinsamen Arbeitsgruppen mit Ungarn, bei denen es unter anderem um einen gemeinsamen Schutz der Schengen-Außengrenze mit Serbien gehen soll, liefen dessen ungeachtet weiterhin auf Hochtouren, hieß es aus dem Innenministerium weiter. Abgeschlossen solle deren Arbeit am kommenden Donnerstag bei einem gemeinsamen Besuch Sobotkas und Verteidigungsminister Hans Peter Doskozils (SPÖ) bei ihren Amtskollegen in Ungarn werden. Bis dahin soll dann auch feststehen, wann eine gemeinsame Grenzkontrolle beginnen könnte und in welcher Form sich Österreich daran beteiligen wird. (APA, 7.7.2016)

  • Streitereien um Grenzkontrollen zwischen Österreich und Ungarn.
    foto: apa/robert jaeger

    Streitereien um Grenzkontrollen zwischen Österreich und Ungarn.

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