UNESCO-Welterbe-Komitee entscheidet über 29 Nominierungen

7. Juli 2016, 12:52
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Keine österreichischen Stätten behandelt – Sieben Staaten schlagen gemeinsam Bauten von Le Corbusier vor

Istanbul – Wenn das Unesco-Welterbekomitee von kommenden Sonntag an für zehn Tage in Istanbul tagt, hoffen 29 Orte weltweit auf die begehrte Aufnahme in die Liste von Welterbestätten mit besonderer Bedeutung. Aus Österreich wird diesmal keine Einreichung behandelt. Auf der Agenda stehen allerdings die gefährdeten Stätten in Syrien sowie der dritte Anlauf eines Gemeinschaftsantrags zur Aufnahme der Bauten von Le Corbusier.

Dritter Versuch für Le Corbusier-Bauten

Der internationale Antrag, mit dem die Werke des schweizerisch-französischen Architekten gewürdigt werden soll, wurde schon zweimal abgelehnt. An der überarbeiteten Form haben sich jetzt sieben Staaten von drei Kontinenten beteiligt. Er betont die herausragende Bedeutung Le Corbusiers für die Architektur des 20. Jahrhunderts. Das Werk sei Zeugnis der Globalisierung der Moderne.

Ausgewählt wurde eine beispielhafte Serie von insgesamt 17 Gebäuden in Argentinien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Indien, Japan und der Schweiz für die Welterbeliste. Durch die Beteiligung Indiens mit Hauptwerken Le Corbusiers (1887-1965) in Chandigarh, im Norden des Landes, liege erstmals ein weltumspannender Antrag vor, hieß es.

Für die Unesco-Liste sind in diesem Jahr auch die antike Stätte von Philippi in Griechenland, die Neandertaler-Höhlen von Gibraltar und die Megalithgräber Dolmenes de Antequera in Spanien nominiert. Erstmals schlagen der Inselstaat Antigua und Barbuda und die Föderierten Staaten von Mikronesien Stätten für die Welterbeliste vor. Nominiert sind die Marinewerft "Nelson's Dockyard" auf Antigua und die archäologische Stätte Nan Madol, ein zeremonielles Zentrum in Ostmikronesien.

Syriens Welterbestätten teilweise zerstört

Diskutiert wird in Istanbul auch über gefährdetes Welterbe, etwa über die Erhaltung der sechs Welterbestätten Syriens. Dazu gehören die vom Bürgerkrieg stark zerstörte Altstadt von Aleppo oder die teilweise zerstörte antike Oasenstadt Palmyra.

Österreich ist in der UNESCO-Liste bis dato mit neun Welterbestätten vertreten. Dazu zählen die drei historischen Zentren von Salzburg, Wien und Graz, das Schloss Schönbrunn mit seinen Gärten, die Kulturlandschaft Hallstättersee samt Dachstein, die Semmeringbahn, die Wachau und – grenzüberschreitend – die prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen und die Kulturlandschaft Ferto/Neusiedler See. (APA, 7.7.2016)

  • Die Ruinenstadt Nan Madol vor Temwen Island im Archipel der Karolinen (Mikronesien) entstand vor etwa 800 Jahren, besiedelt ist die lokale Inselwelt aber bereits seit 3.000 Jahren. Nun könnte die archäologische Stätte Unesco Welterbe werden.
    foto: matthew wingate, noaa

    Die Ruinenstadt Nan Madol vor Temwen Island im Archipel der Karolinen (Mikronesien) entstand vor etwa 800 Jahren, besiedelt ist die lokale Inselwelt aber bereits seit 3.000 Jahren. Nun könnte die archäologische Stätte Unesco Welterbe werden.

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