Tiroler Plansee verzeichnet Umsatzrückgang

7. Juli 2016, 12:26
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Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Reutte/Breitenwang – Der weltweit tätige Hochleistungswerkstoffhersteller Plansee mit Stammsitz in Breitenwang bei Reutte in Tirol hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16, nach einem leichten Umsatzplus im Jahr zuvor, ein Umsatzminus von sechs Prozent verzeichnet. Der konsolidierte Umsatz ging auf 1,18 Mrd. Euro zurück (2014/15: 1,26 Mrd. Euro).

Michael Schwarzkopf, Vorstandsvorsitzender der Plansee Holding AG, führte den Rückgang auf die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurück, zeigte sich aber trotzdem zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr. "Trotz eines dramatischen Rückgangs der Rohstoffpreise um bis zu 42 Prozent konnten wir Absatz und Umsatz weitgehend stabil halten", sagte Schwarzkopf am Donnerstag im Rahmen der jährlichen Bilanzpressekonferenz in Breitenwang. Vor allem in der Öl- und Gasindustrie habe es dramatische Einbrüche gegeben.

Expansionspläne

Die Plansee-Gruppe sei mit einer Eigenkapitalausstattung von über 1,1 Mrd. Euro und keiner Verschuldung bereit für weitere Expansionsvorhaben. "Wir sind nicht nur für wachstumsschwächere Zeiten sehr gut gerüstet, sondern vor allem auch bereit, größere Akquisitionen jederzeit zu stemmen", meinte Schwarzkopf.

In den Branchen Maschinenbau, Automobil und Unterhaltungselektronik habe die Plansee-Gruppe mehr als die Hälfte ihres Umsatzes erzielt. Dieser verteilte sich auf die drei Hauptregionen Europa mit 53 Prozent, Amerika mit 23 Prozent und Asien mit 24 Prozent. Erfreulich sei, dass im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals wieder eine Umsatzzunahme in Europa verzeichnet wurde. Das langfristige Ziel sei es, in jeder der drei Regionen ein Drittel des Umsatzes zu machen.

2015/16 habe die Plansee-Gruppe rund 220 Mio. Euro investiert. Dazu gehörten der Bau eines neuen Produktionswerks in Indien, Produktionserweiterungen in Österreich und Luxemburg sowie Produkt- und Prozessinnovationen. Außerdem habe die Plansee-Gruppe drei Unternehmen übernommen. Gruppenweit seien über 60 Mio. Euro in Innovationsvorhaben investiert worden.

Stellenabbau

Die Zahl der Mitarbeiter sei von 6.253 auf 6.371 gestiegen. Am Standort Breitenwang blieb die Anzahl der Beschäftigten weitgehend stabil und liege nun bei 2.314 (2014/15: 2.308). Davon sind laut Schwarzkopf rund 130 Leiharbeiter. Wie das Unternehmen bereits im Februar bekannt gab, sollen heuer jedoch noch am Standort in Tirol rund 100 Mitarbeiter abgebaut werden, 2017 sollen dann noch weitere 50 folgen. Man müsse die Geschäftsprozesse optimieren, meinte der Vorstandsvorsitzende dazu.

Im laufenden Jahr rechne man nicht mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Fokus der Gruppe liege deshalb verstärkt auf der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und der nachhaltigen Optimierung der Geschäftsprozesse. Dem bevorstehenden Brexit sieht Schwarzkopf jedoch relativ gelassen entgegen: "Ich glaube nicht, dass das isoliert betrachtet für uns von großem Einfluss sein wird. Sollten jedoch noch weitere Nationen die EU verlassen, würden unsere Sorgenfalten schon größer werden", sagte der Vorstandsvorsitzende. (APA, 7.7.2016)

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