Mehrheit sorgt sich um Lebenshaltungskosten

7. Juli 2016, 10:29
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Mehr als die Hälfte der befragten Österreicher fürchten eine Verschlechterung der Wirtschaft, gefolgt von Sorgen vor einer Erkrankung

Wien – Der Anstieg der Lebenshaltungskosten und eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Entwicklung sind die größten Sorgen und Ängste der Österreicher. Danach folgt die Furcht vor einer schweren Erkrankung. Vorsorge treffen bedeutet für die Mehrheit, eine Lebens- oder Pensionsversicherung abzuschließen, ergab eine repräsentative Online-Studie im Auftrag der Österreichischen Notariatskammer (ÖNK).

Absicherung im Alter

Der Anstieg der Lebenshaltungskosten bereitet demnach 56 Prozent der Österreicher große Sorgen, 55 Prozent haben Bedenken wegen einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und 50 Prozent fürchten sich vor einer schweren Erkrankung. Rund 43 Prozent der Befragten beschäftigen sich zudem mit dem Thema finanzielle Absicherung im Alter, fast 40 Prozent fürchten, im Alter an Demenz zu erkranken und 26 Prozent macht Vereinsamung Angst. Fast ein Viertel macht sich zudem Sorgen um den Arbeitsplatz oder gegen ihren Willen in ein Altersheim gebracht zu werden. Den Bruch der Partnerschaft befürchten 22 Prozent, eine Besachwaltung 18 Prozent.

Testament gewinnt an Wert

Acht von zehn Österreichern haben laut Umfrage bereits Maßnahmen getroffen, um sich persönlich oder rechtlich abzusichern. Die verbreitetste Vorsorgemaßnahme der Österreicher ist die Lebensversicherung (54 Prozent), gefolgt von der Pensionsversicherung (40 Prozent). Eine wichtige Rolle spielt nach wie vor das Sparbuch. 39 Prozent legen ihr Geld auf ein oder mehrere Sparbücher. An vierter Stelle liegt das Testament. Rund 20 Prozent haben ihren letzten Willen verfasst. "Damit hat die Bedeutung des Testaments wieder zugenommen", so der Wiener Notar Michael Lunzer.

Danach folgen: Aktien und Fonds (17 Prozent), Immobilien (16 Prozent), Patientenverfügungen (7 Prozent), Bargeld (6 Prozent), Ehe-/Partnerschaftsvertrag (4 Prozent), Vorsorgevollmacht (3 Prozent). 18 Prozent gaben an, noch keine Vorsorgemaßnahmen getroffen zu haben.

Fast jeder zweite Österreicher hat sich laut Studie bereits Gedanken zum Thema persönliche und rechtliche Vorsorge gemacht. Je älter die Österreicher sind, desto eher beschäftigen sie sich mit diesem Thema. Bei den 60- bis 69-Jährigen sind es 58 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen fast 45 Prozent, bei den 24- bis 29-Jährigen immerhin noch 42 Prozent.

Vorsorgevollmacht

Sollten sie jemals körperlich oder geistig nicht mehr in der Lage sein, selbstständig Entscheidungen treffen zu können, fürchten die Österreicher am stärksten, dass sie die Dinge des Alltags nicht mehr selbstständig entscheiden können (67 Prozent) und über medizinische Eingriffe nicht mehr selbst mitbestimmen können (59 Prozent). 54 Prozent fürchten sich davor, Geld- und Bankgeschäfte nicht mehr selbst abwickeln zu können, 56 Prozent davor, vom Gericht eine nicht bekannte Person beigestellt zu bekommen.

Die Notariatskammer weist in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit einer Vorsorgevollmacht hin. Mit dieser kann eine Person eine Person seines Vertrauens bestimmen, die in ihrem Namen handeln und Entscheidungen treffen darf, wenn sie selbst nicht mehr dazu in der Lage ist. Dies anstelle eines vom Gericht bestimmten Sachwalters. Im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖZVV) sind derzeit rund 70.000 Vorsorgevollmachten registriert. Monatlich kommen 1.900 dazu, heißt es.

Für die Studie hat der Markt- und Meinungsforscher marketagent im Oktober 2015 rund 1.500 webaktive Personen zwischen 24 und 69 Jahren befragt, repräsentativ für Österreich und die Bundesländer. (APA, 7.7.2016)

  • 56 Prozent der Österreicher bereitet ein möglicher Anstieg der Lebenshaltungskosten großes Kopfzerbrechen.
    foto: ap/daniel roland

    56 Prozent der Österreicher bereitet ein möglicher Anstieg der Lebenshaltungskosten großes Kopfzerbrechen.

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