Hype um "Pokémon Go": Tipps, Serverausfälle und Monster auf dem Klo

7. Juli 2016, 10:26
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Probleme am Mittwochabend, Spieler beklagen hohen Akkukonsum – Australische Polizei warnt vor Unfallrisiko

Überraschend haben Niantic und die Pokémon Company am Mittwoch das Augmented-Reality-Game "Pokémon Go" gestartet. Obwohl der Rollout offiziell zuerst nur in Neuseeland, den USA und Australien erfolgt ist, suchen bereits Teilnehmer weltweit nach den virtuellen Monstern.

Viele, die das Spiel noch nicht im Google Play Store bekommen, sind den riskanten Weg gegangen, es mittels einem Installationspaket aus einer fremden Quelle aufzuspielen. Spielern mit iPhones bleibt diese Möglichkeit versperrt, einige sind dazu übergegangen, sich stattdessen neuseeländische Apple-Accounts anzulegen.

Server kapitulierten

Auch in Österreich haben zahlreiche Pokémon-Trainer ihre Karrieren gestartet. Wenig überraschend werden viele Arenen in Wien bereits jetzt von Spielern kontrolliert, deren Namen man bereits aus "Ingress", dem ersten Handyspiel von Niantic, kennt.

Den Ansturm auf das Spiel, das allein im Play Store schon zwischen 50.000 und 100.000 Downloads verzeichnet, waren die Server am Premierentag nicht immer gewachsen. Insbesondere in den Abendstunden mehrten sich Berichte über Ausfälle. Fallweise war der Log-in überhaupt nicht möglich. Am späteren Donnerstagmorgen schienen die Probleme jedoch behoben zu sein.

Traumato auf dem Klo, Karpador in der Pfanne

Das zumindest in grafischer Hinsicht herausragendste Feature von "Pokémon Go" ist die Einblendung von virtuellen Monstern in die echte Welt am Kamerabild. Das inspirierte so manche Trainer dazu, interessante Fundorte zu dokumentieren. Wenngleich Pokémon auf der Spielkarte nur in Außenbereichen auftauchen, können sie auch in Innenräumen erscheinen, wenn man sich in der Nähe befindet.

Dementsprechend kursieren Screenshots verschiedener Spielsituationen. Sie reichen von auf Kloschüsseln tanzenden Traumatos bis hin zum Wasserpokémon Karpador, das sich in eine Pfanne verirrt hat, dokumentiert The Next Web.

Auch Spielehersteller Square Enix hat den Start von "Pokémon Go" mit einem Tweet begleitet. In einem kurzen Video zeigt man, wie das Spiel aussehen könnte, wäre es ein Nachfolger von "Hitman Go" und "Lara Croft Go".

Polizei warnt vor Unfallrisiko

In Australien gemahnt die Polizei Spieler derweil zur Vorsicht, schreibt Cnet. Analog zur Warnung, die das Spiel bei jedem Start kurz einblendet, weist die Exekutive darauf hin, dass man beim Spielen auch die unmittelbare Umgebung im Auge behalten solle. Insbesondere beim Überqueren der Straße sollte man den prüfenden Blick in beide Fahrtrichtungen nicht vergessen, heißt es.

Die Warnung ist nicht unberechtigt. Auch beim sehr ähnlich aufgebauten Spiel "Ingress" ist es in der Vergangenheit zu Unfällen gekommen. 2014 soll ein brasilianischer Spieler verstorben sein, nachdem er während des Spielens von einem Bus erfasst wurde. Die Positionierung mancher Arenen – virtuelle Orte, die sich für eines der drei Teams einnehmen lassen – in "Pokémon Go" ist in dieser Hinsicht ebenfalls hinterfragungswürdig. In Wien befindet sich eine etwa am Europaplatz nahe dem Westbahnhof, zwischen den beiden Fahrspuren des Mariahilfer Gürtels.

pokémon go deutschland

"Pokemon Go" als Akkufresser

In technischer Hinsicht erweist sich das Game für einige Spieler als Herausforderung. So gibt es bereits einige Klagen darüber, dass die Monsterjagd den Akkuverbrauch massiv in die Höhe treibt. Ein Problem, das bereits im Vorabtest aufgefallen war und auch als "Ingress" bekannt ist.

Softwareseitige Abhilfen gibt es kaum. Das Abschalten des WLAN-Empfangs während des Spielens über die Mobilfunkverbindung kann den Energiehunger des Games etwas lindern. Ebenso empfiehlt es sich, die Bildschirmhelligkeit so weit wie möglich zu reduzieren. Der im Game selbst zuschaltbare Energiespar-Modus scheint hingegen keine spürbare Wirkung zu entfalten.

Es ist absehbar, dass viele Spieler, die sich länger der Monsterjagd widmen wollen, wohl zusätzliches Accessoir anschaffen werden. Schon für passionierte "Ingress"-Agenten gehört ein portabler Zusatzakku längst zur Standardausstattung. Anker, ein Hersteller solcher Geräte, hat in der Spielergemeinde treue Kundschaft gefunden.

Wann genau "Pokémon Go" offiziell auch in Europa startet, ist noch nicht bekannt. Laut einer kürzlich von Niantic versandten Pressemitteilung soll das Spiel jedenfalls "demnächst" auch hier über den Play Store und iTunes beziehbar sein. (Georg Pichler, 7.7.2016)

Hinweis: Der Autor nimmt als "Peorg" selber am Spiel teil und hat sich der gelben Fraktion angeschlossen.

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