EURO wie Digitalisierung: Nur wer Potenziale hebt, spielt vorne mit

Userkommentar8. Juli 2016, 12:01
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Das gilt nicht nur für den Fußball, sondern auch die Digitalisierung ganzer Geschäftsprozesse

Die Fußball-Europameisterschaft dominiert derzeit für viele den Abendkalender, auch für viele, die sonst weniger an Fußball finden. Große Turniere versprühen eben immer eine besondere Faszination. Die Finalrunde in Frankreich ist auch in den Medien das große Thema des Monats. Das runde Leder rollt, die Stadien sind voll, die Werber zufrieden. In den Austragungsorten feiern die Menschen bis in die Nacht hinein. Schöne Erlebnisse bleiben in Erinnerung.

Gute Stimmung herrscht derzeit auch an Europas Zapfsäulen. Ist der Ölpreis im Keller, fährt es sich deutlich angenehmer, egal ob in die Arbeit, in den Urlaub oder zum Public Viewing. Heute kostet ein Barrel Rohöl gerade einmal 45 Euro, vor zwei Jahren war es noch doppelt so viel. Während das für die Ölbranche eine Riesenherausforderung darstellt, freuen sich die Autofahrer über die niedrigen Treibstoffpreise. Auch viele Unternehmen gehören zu den Nutznießern dieser Entwicklung. Vor allem die produzierende Industrie sowie Transport- und Logistikunternehmen profitieren davon, dass das schwarze Gold momentan so günstig ist.

Potenziale heben

Die Folge: Der Motor läuft bei vielen wie geschmiert. Die Kosten sind stark reduziert und die finanzielle Gesamtsituation damit deutlich besser. Doch nur zusehen wäre falsch. Genau jetzt sollte man aktiv handeln, um für die anstehenden Herausforderungen gewappnet zu sein. Die durch den niedrigen Ölpreis verbesserte Ertragslage eignet sich für wichtige Investitionen in die Zukunft. Bisher noch ungeahntes Potenzial steckt in der Digitalisierung ganzer Geschäftsprozesse. Doch Potenziale alleine reichen nicht. Um erfolgreich zu sein, muss man diese auch heben. Diesen Umstand haben uns David Alaba und die österreichische Fußball-Nationalmannschaft wieder schmerzlich in Erinnerung gerufen.

Intelligente Fabrik

Klar ist: Die "intelligente Fabrik" ist keine Utopie mehr. Die vernetzte und selbstständige Kommunikation von Maschine statt Mensch entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist der Schlüssel zur entscheidenden Optimierung von Qualität, Effizienz und Flexibilität. Das dafür nötige technologische Know-how gibt es bereits. Vielerorts fehlt es einzig am Bewusstsein für die Realität von Industrie 4.0. Bei der täglichen Arbeit in den Unternehmen merkt man jedoch, dass etwas in Bewegung kommt. Immer mehr Entscheidungsträger sehen die Gefahr, sich auf dem niedrigen Ölpreis auszuruhen und erkennen die Notwendigkeit digitaler Investitionen für die künftige Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen und globalen Markt. Das reicht etwa von der Automatisierung bisher manueller Arbeitsschritte wie bei Eingang, Registrierung und Verbuchung von Eingangsrechnungen bis zur Schaffung der Infrastruktur zur Aufnahme bestimmter Sensor- und Maschinendaten.

Bei den Fußballern hat es diesmal bei der Europameisterschaft leider nicht geklappt mit dem Heben von Potenzialen – sie bekommen ihre nächste Chance erst in Russland in zwei Jahren. Vielleicht klappt es dafür aber mit dem digitalen Potenzial in den Unternehmen, damit wir nicht auch hier wertvolle Zeit verlieren. (Stefan Bergsmann, 8.7.2016)

  • Potenziale alleine reichen nicht. Um erfolgreich zu sein, muss man diese auch heben. Beispiel Fußball-Europameisterschaft.
    foto: afp/franck fife

    Potenziale alleine reichen nicht. Um erfolgreich zu sein, muss man diese auch heben. Beispiel Fußball-Europameisterschaft.

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