AFD-Machtkampf: Wildwestmanier

Kommentar6. Juli 2016, 17:38
3 Postings

Es geht hnicht um Inhalte, sondern um puren Machterhalt

Zu den Entschuldigungen junger Parteien, wenn eine Sache gewaltig schiefläuft, gehört ein Standardsatz, den man auch in der Alternative für Deutschland (AfD) seit Jahren immer wieder hört: Wir lernen noch, es muss sich erst die (personelle) Spreu vom Weizen trennen.

Doch so leicht lässt sich die Affäre, die in Baden-Württemberg ihren Ausgang und in der Bundespartei ihre Fortsetzung und Steigerung fand, nicht vom Tisch wischen. Zunächst zum Inhaltlichen: Der AfD-Mandatar Wolfgang Gedeon stellt Holocaust-Leugner auf die Stufe mit Dissidenten. Und was passiert? Er fliegt nicht gleich, die Fraktion will zunächst per Gutachten klären lassen, ob das noch vertretbar sei oder nicht. Alleine dies spricht für sich.

Ebensolche Merkwürdigkeiten offenbart dann die formale Klärung der Causa. Parteichefin Frauke Petry reitet in so offensichtlicher Wildwestmanier bei ihrem Konkurrenten und Co-Chef Jörg Meuthen in Baden-Württemberg ein, dass auch dem letzten Langsamdenker klar wird: Es geht hier gar nicht um Inhalte, sondern um puren Machterhalt.

Petry, die als wenig teamfähig gilt, hat schon einmal einen Co-Chef hinausgebissen, nämlich AfD-Gründer Bernd Lucke. Sie ist offenbar entschlossen, dies bei Meuthen zu wiederholen, was sich der nicht bieten lassen will. Für den politischen Gegner ist das ein lustiges Schauspiel, für die Demokratie hingegen – wenn dies rund um das ernste Thema Antisemitismus passiert – ein erbärmliches. (Birgit Baumann, 6.7.2016)

Share if you care.