Sony DADC in Salzburg verkaufte Geschäftsfeld BioSciences

6. Juli 2016, 11:53
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Sparte für medizinische Diagnostik von der deutschen Stratec Biomedical AG um rund 30 Mio. Euro übernommen

Sony DADC, Hersteller von optischen Speichermedien wie CD, DVD oder Blu-ray Disc, hat seine Salzburger Zukunftssparte BioSciences verkauft. Wie die "Salzburger Nachrichten" am Mittwoch berichteten, wurde der Geschäftszweig um rund 30 Mio. Euro an die deutsche Stratec Biomedical AG verkauft und heißt nun Stratec Consumables. Sitz und Produktion würden am Standort in Anif (Flachgau) bleiben.

Konzentration auf Kerngeschäft

Auch die Zukunft von Sony DADC in Salzburg sei nach der Trennung nicht infrage gestellt. "Wir konzentrieren uns auf unser Kerngeschäft", sagte der Präsident von Sony DADC International, Dietmar Tanzer, gegenüber der Zeitung. BioSciences war in Anif als zweites Standbein aufgebaut worden, um die weltweit sinkende Nachfrage auf dem Disc-Markt etwas abfedern zu können. Die Sparte stellt mit rund 120 Mitarbeitern Produkte für die medizinische Diagnostik und intelligente Kunststoffkomponenten her, etwa für Blut- und Zellanalysen. Im aktuellen Geschäftsjahr – es endet am 31. März 2017 – wird ein Umsatz von 17 Mio. Euro erwartet.

Die sogenannten Smart Consumables sind so etwas wie ein Ersatz für das Reagenzglas. Auf einer Polymer-Disc befinden sich beispielsweise kleinste Vertiefungen zur Flüssigkeitsaufnahme für die Analyse in entsprechenden vollautomatischen Geräten. Geräten, wie sie von der börsennotierten Stratec Biomedical AG hergestellt werden. "24 solcher Flächen passen auf eine Disc, und eine einzige ersetzt eine halbe Million Reagenzgläschen", erklärte Stratec Consumables-Geschäftsführer Christoph Mauracher gegenüber den "SN".

Ende drittes Quartal

Die Übernahme wird voraussichtlich bis Ende des dritten Quartals 2016 wirksam. Das Unternehmen weitet damit seine Wertschöpfungskette auf Verbrauchsmaterialien aus, wie sie eben von BioSciences hergestellt werden. Stratec-Vorstandsvorsitzender Marcus Wolfinger sprach gegenüber den "SN" vom "Razorblade"-Modell. Man verdiene wie bei Rasierern oder Druckern an Ersatzteilen und Dienstleistungen.

"Das bringt für das Unternehmen nicht nur mehr Geld, sondern vereinfacht auch vieles." Intelligente Verbrauchsmaterialien müssten auf komplexen Diagnosesystemen automatisiert werden, erklärte Wolfinger. Bei dieser Integration hätten bisher die Kunden das Risiko übernommen, "mit eigenem Material fällt das weg". Zuletzt setzte Stratec rund 200 Mio. Euro um. Laut Wolfinger lege der Markt jedes Jahr um 20 Prozent zu, man wolle darum auch den Standort in Salzburg weiter ausbauen. (APA, 6.7.2016)

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