"TV-Media": Österreichs Fußballexperten verdienen zwischen 500 und 1000 Euro pro Spiel

6. Juli 2016, 12:03
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Nach Behauptungen zu Gagen von Scholl und Kahn in Deutschland stehen nun auch die österreichischen Experten im Visier

Wien – Wie viel verdienen eigentlich Fußballexperten, die uns mit ihren Spielanalysen über den gesamten Fußballabend hinweg begleiten? Bis vor Kurzem stand dieses Thema nicht zur Diskussion, beziehungsweise konnte kein großes Interesse unter den Zuschauern wecken. Bis das Online-Medienportal "kress pro" am Dienstag vergangener Woche die angeblichen Honorare der ARD- und ZDF-Experten Mehmet Scholl und Oliver Kahn offenlegte. Laut dem Bericht von "kress pro" verdienen die beiden Ex-Fußballstars bis zu 50.000 Euro pro Fußballabend – das Jahresgehalt von ARD-Experte Scholl soll bei einer Gage von 1,6 Millionen Euro liegen, Oliver Kahn verdient scheinbar im siebenstelligen Bereich.

ARD-Sportdirektor weist Vorwürfe zurück

In einer Presseaussendung wies ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky die Angaben zurück. "Es gleicht beinahe schon vorsätzlicher Bösartigkeit, welche Zahlen auch hier im Zusammenhang mit dem Expertenvertrag von Mehmet Scholl geschrieben und vervielfältigt werden", so Balkausky. Generell werde man sich zu vertraglichen Inhalten der Mitarbeiter nicht äußern, "nur so viel: Auch diese derzeit im Raum stehenden Summen entsprechen nicht annähernd der Realität und entbehren jedweder Grundlage".

Frage nach Honoraren österreichischer Experten

Die Diskussion um die Honorare der deutschen Fußballexperten hat nun auch Österreich erreicht – auf den Websites der Tageszeitungen "Heute" und "Krone" kursierten bereits Gerüchte über die Gagen der Experten Herbert Prohaska, Roman Mählich und Co. Nach einem "Heute"-Artikel verdient Scholl nicht die behaupteten 1,6 Millionen, bringt es aber immerhin auf 800.00 Euro pro Jahr. Eine Quellenangabe zu dieser Information wird allerdings nicht angegeben.

Weiteren Informationen zufolge sind die Honorare der österreichischen Experten weitaus geringer als jene der deutschen Kollegen. Laut "Heute" und der aktuellen Ausgabe der österreichischen Programmzeitschrift "TV-Media" verdienen Peter Hackmair, Helge Payr und Roman Mählich pro Sendung zwischen 500 und 1000 Euro. Die größten Einnahmen werden jedoch durch Sponsoring erzielt. Die Gage von Herbert Prohaska liegt laut "TV-Media" aufgrund seines "Unterhaltungsfaktors" bei knapp über 1.000 Euro – "Heute" spricht wiederum von rund 2.500 Euro pro Studioeinsatz. Auf STANDARD-Anfrage wollte der ORF die veröffentlichten Zahlen weder bestätigen noch dementieren. (Sarah Dorfstätter, 6.7.2016)

  • Herbert Prohaska und Rainer Pariasek im ORF-EM-Studio vor dem Eiffelturm in Paris.
    foto: orf/roman zach-kiesling

    Herbert Prohaska und Rainer Pariasek im ORF-EM-Studio vor dem Eiffelturm in Paris.

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