Blau-grünes Match in der Leopoldstadt bereitet Wiener SPÖ Sorgen

6. Juli 2016, 11:41
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Neue Landesparteisekretärin Straubinger warnt vor Verlusten: "Das ist eine völlig neue Wahl"

Wien – Die Wiener Roten bereiten einen Wahlkampf vor – für die Reprise der Bezirksvertretungswahl in der Leopoldstadt. Die ist von den Dimensionen zwar nicht mit der ebenfalls neu durchzuführenden Hofburg-Stichwahl vergleichbar. Die neue Wiener SPÖ-Landesparteisekretärin Sybille Straubinger sieht jedoch die Möglichkeit, dass SPÖ-Wähler zuhause bleiben, da vor allem das Rennen um Platz 2 im Fokus stehe.

Angst vor schlechter Wahlbeteiligung

Wien wählt voraussichtlich am 18. September im zweiten Wiener Gemeindebezirk erneut. Unregelmäßigkeiten bei der Briefstimmen-Auszählung im vergangenen Herbst stießen dem Verfassungsgerichtshof sauer auf. Er ordnete eine Neudurchführung an – da das Rennen um Platz zwei sehr knapp war. Die Grünen lagen nur 21 Stimmen vor den Blauen. Klarer Sieger war damals die SPÖ (mit 38,64 Prozent, Anm.). Nun fürchten die Stadt-Roten, dass die SPÖ-Sympathisanten ohnehin davon ausgehen, dass sich an Platz 1 nichts ändert. Verzichten zu viele von ihnen auf ein Erscheinen im Wahllokal, könnte aber zumindest der Vorsprung schmelzen: "Das werden wir versuchen, den Freunden im zweiten Bezirk deutlich zu machen, dass es auch um den Bezirksvorsteher (Karlheinz Hora, Anm.) geht – und dass die ganze Bezirksvertretung neu gewählt wird."

"Die Gefahr besteht, dass dieses Match zwischen Blau und Grün ausgetragen wird. Aber es ist eine völlig neue Wahl", warnte Straubinger. Man werde im Wahlkampf auch als Landesorganisation aktiv mitwirken, versprach sie. Schwierig sei die Situation auch, da sich Blau und Grün auch im Bundespräsidentenwahlkampf befänden.

Nur Zuseher

Bei der Hofburgwahl ist die SPÖ hingegen formal nur Zuschauer. Auch die Nachfolgerin von Georg Niedermühlbichler – der in die Bundes-SPÖ gewechselt ist – will keine offizielle Wahlempfehlung abgeben: "Es gab bei der ersten Stichwahl vom Bundeskanzler bis zum Bürgermeister, von Nationalratsabgeordneten und vielen Landtagsabgeordneten persönliche Statements, wen sie wählen werden. Ich glaube, das ist auch heutzutage das sinnvollere, dass es Personen machen und keine Gesamtpartei."

Wen die meisten innerhalb der SPÖ gewählt hätten, sei klar – nämlich Alexander Van der Bellen. Er eine ein Land und spalte es nicht, wie das bei Norbert Hofer der Fall sein, befand die Wiener SP-Parteimanagerin. Sie hofft, dass das – im Vergleich zu anderen Bundesländern – schlechte Abschneiden des blauen Kandidaten in Wien sich wiederholt: "Wien ist einfach eine weltoffene Stadt. Und die Menschen, die da leben, die sehen schon auch, wie sehr Wien davon profitiert, dass wir eine tolerante Stadt sind." (APA, 6.7.2016)

  • Die Wiener SPÖ-Landesparteisekretärin Sybille Straubinger hat die Sorge, dass die Leopoldstädter SPÖ-Wähler zuhause bleiben.
    foto: urban

    Die Wiener SPÖ-Landesparteisekretärin Sybille Straubinger hat die Sorge, dass die Leopoldstädter SPÖ-Wähler zuhause bleiben.

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