Stuttgart 21 könnte zehn Milliarden kosten

6. Juli 2016, 15:02
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Waren für das deutsche Bahnprojekt bislang 6,5 Milliarden Euro veranschlagt gewesen, so könnten die Kosten noch steigen

Stuttgart – Das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 könnte die Steuerzahler und die Bahn einem Bericht zufolge statt der bisher offiziell veranschlagten 6,5 Mrd. Euro bis zu zehn Milliarden Euro kosten. Von der Erhöhung gehe der Bundesrechnungshof nach mehr als dreijährigen umfangreichen Prüfungen aus, berichteten die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" am Dienstag vorab.

Dabei seien auch viele vertrauliche Unterlagen der Bahn gesichtet worden. Der Rechnungshof habe die Bundesregierung bereits gewarnt, dass die Finanzierung der Mehrkosten in Milliardenhöhe völlig ungeklärt sei, hieß es weiter. Ein Sprecher des Bundesrechnungshofs lehnte eine Auskunft zu den Inhalten des Prüfberichts dem Bericht zufolge ab. Die vorläufige Prüfmitteilung sei der deutschen Bundesregierung zugeleitet worden, eine Stellungnahme aus dem Haus von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) müsse noch eingearbeitet werden.

Aus Parlamentskreisen berichteten die Zeitungen, dass die Prüfer nach eigenen Angaben inzwischen Gesamtkosten von zehn Milliarden Euro als realistisch betrachteten. Der Bahnexperte der Grünen-Fraktion im Bundestag, Matthias Gastel, wurde mit den Worten zitiert, Stuttgart 21 könne zum "Fass ohne Boden" für den Bund und die Finanzierung von Schienenprojekten werden.

Gegner machen mobil

Nach Berichten über die möglicherweise deutlich höheren Kosten für Stuttgart 21 machen die Gegner des umstrittenen Bahnprojekts wieder mobil. Das Aktionsbündnis Parkschützer lud am Mittwoch für den 16. Juli zu einer Demonstration für den Umstieg auf ein Alternativkonzept.

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 forderte einen sofortigen Bau- und Vergabestopp und warnte vor einer "milliardenschweren strafbaren Untreue". (APA, 6.7.2016)

  • Steuerzahler und Bahn werden wohl noch tiefer in die Tasche greifen müssen.
    foto: apa/epa/marijan murat

    Steuerzahler und Bahn werden wohl noch tiefer in die Tasche greifen müssen.

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