Barack Obama wirbt leidenschaftlich für Hillary Clinton

Video6. Juli 2016, 06:45
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Erster gemeinsamer Wahlkampfauftritt von E-Mail-Affäre überschattet

Charlotte/Washington – "Ich bin heute hier, weil ich an Hillary Clinton glaube." In seinem ersten gemeinsamen Auftritt mit seiner Ex-Außenministerin im diesjährigen Wahlkampf hat US-Präsident Barack Obama am Dienstag leidenschaftlich für Hillary Clinton als seine Nachfolgerin geworben. Der Auftritt wurde allerdings von der E-Mail-Affäre der voraussichtlichen Präsidentschaftskandidatin überschattet.

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AP-Video vom Auftritt Barack Obamas im Clinton-Wahlkampf.

Kurz zuvor war Clinton von der Bundespolizei FBI scharf für ihren Umgang als Ministerin mit ihren Dienstmails gerügt worden. Es gebe zwar keine klaren Hinweise dafür, dass Clinton oder ihre Mitarbeiter Gesetze hätten brechen wollen, sagte FBI-Chef James Comey am Dienstag. Allerdings lägen Anzeichen für einen "extrem verantwortungslosen Umgang" mit den E-Mails vor.

"Es gab noch nie einen Mann oder eine Frau, die derart qualifiziert für dieses Amt war. Noch nie!", rief Obama in Charlotte im Bundesstaat North Carolina dennoch euphorisch aus. Der Präsident feuerte die Menge mit "Hillary, Hillary"-Rufen an, umarmte Clinton und schwärmte von ihren Charaktereigenschaften.

2009 bis 2013 Außenministerin

"Ich habe ihr Urteilsvermögen, ihre Zähigkeit und ihren Einsatz für die Diplomatie aus der ersten Reihe verfolgen können", sagte der Präsident. Clinton, die Ende Juli von einem Parteitag der Demokraten offiziell zur Präsidentschaftskandidatin gekürt werden soll, war von 2009 bis 2013 Außenministerin.

In Charlotte erinnerten die beiden aber auch an die Vorwahlen vor acht Jahren, als sie sich erbittert bekämpft hatten und in denen Clinton gegen den damaligen Newcomer unterlag. Seine Bewunderung für Clinton sei damals gewachsen, sagte Obama. Sie habe jedes Faktum und jedes Detail präsent gehabt und sei nach Rückschlägen "stärker zurückgekommen".

Weitere Auftritte geplant

Nach ihrer Niederlage in den Vorwahlen hatte Clinton ihren bisherigen Rivalen im Kampf um das Weiße Haus unterstützt. Ihre Beziehung zu Obama beschrieb sie in Charlotte so: "Erst politische Rivalen, dann Partner, dann Freunde."

Der erste gemeinsame Wahlkampfauftritt der beiden war ursprünglich bereits für Mitte Juni in Wisconsin geplant gewesen, wurde aber wegen des Anschlags auf einen Nachtclub in Orlando mit 49 Todesopfern abgesagt. Obama plant noch zahlreiche weitere Wahlkampfauftritte für Clinton, die an seine Politik anknüpfen will.

Attacken gegen Trump

Obama nutzte den Auftritt in Charlotte auch für neue harte Attacken gegen den voraussichtlichen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Dieser habe "nichts anzubieten", wenn es darum gehe, die Wirtschaft voranzubringen. Selbst die Republikaner "wissen nicht, wovon er redet".

Mit keinem Wort erwähnten hingegen sowohl Obama als auch Clinton die neuesten Entwicklungen in der Mail-Affäre. (APA, 6.7.2016)

  • Barack Obama stärkt Hillary Clinton den Rücken.
    foto: reuters/brian snyder

    Barack Obama stärkt Hillary Clinton den Rücken.

  • Dafür gibt es dann auch eine Umarmung.
    foto: reuters/brian snyder

    Dafür gibt es dann auch eine Umarmung.

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