Überfall auf Supermarkt: Angeschossener Polizist gestorben

6. Juli 2016, 13:08
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23-Jähriger erlag schweren Verletzungen – Ein mutmaßlicher Komplize weist weiterhin alle Vorwürfe von sich

Wien – Der bei dem Supermarktüberfall vom vergangenen Samstag in Wien-Penzing vom Täter angeschossene und dabei lebensgefährlich verwundete 23-jährige Polizist ist am Dienstagabend seinen schweren Verletzungen erlegen. Das gab die Landespolizeidirektion Wien "in tiefer Trauer" in einer Aussendung bekannt.

Der Polizist war am Montag auf Wunsch seiner Familie per Hubschrauber in sein Heimatbundesland Kärnten verlegt worden. Der später getötete 49-jährige Räuber hatte dem Beamten in den Kopf geschossen.

Täter zum Tatort gebracht

Der nach dem Supermarktüberfall in Wien-Penzing vom vergangenen Samstag festgenommene zweite Tatverdächtige hat in den Einvernahmen weiterhin bestritten, von den Plänen seines Mitbewohners gewusst zu haben. Laut Polizeisprecher Paul Eidenberger gab er zwar zu, den Täter zum Tatort gebracht zu haben. Dass dieser vorhatte, einen Supermarkt auszurauben, will er aber nicht gewusst haben.

Der 63-Jährige gab an, der letztlich von Beamten der WEGA erschossene Täter habe ihm gesagt, er wolle sich mit Freunden treffen, und er habe ihm das geglaubt. Nachdem er den 49-Jährigen bei dem Billa in der Hütteldorfer Straße abgesetzt hatte, wartete er in einem chinesischen Restaurant in der Nähe auf ihn.

Die Polizei überprüft die Aussagen des 63-Jährigen durch mehrere Zeugeneinvernahmen, betonte Eidenberger. Über die von der Staatsanwaltschaft beantragte U-Haft wird vermutlich noch Mittwochnachmittag entschieden.

Klar ist auch, dass der 63-Jährige in eher prekären finanziellen Verhältnissen gelebt haben dürfte. Er geht keiner Beschäftigung nach und war offenbar mit der Miete für seine Wohnung unweit des Rudolfsplatzes in der Innenstadt im Rückstand. Umgekehrt soll der Haupttäter bei ihm Schulden gehabt haben. (APA, 6.7.2016)

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