Französische Zeitschrift wegen Fotos von Hollande verurteilt

5. Juli 2016, 17:57
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Fotos zeigen Paar auf Terrasse von Elysee-Palast – Berufung gegen Geldstrafe von 1.500 Euro

Paris – Die französische Zeitschrift "Voici" ist wegen der Veröffentlichung heimlich aufgenommener Fotos von Präsident Francois Hollande mit der Schauspielerin Julie Gayet verurteilt worden. Das Magazin müsse wegen Verletzung der Privatsphäre eine Geldstrafe von 1.500 Euro leisten, urteilte ein Gericht in Nanterre bei Paris am Dienstag.

Zudem wird ein symbolischer Schadenersatz von einem Euro an Gayet fällig. Der Anwalt von "Voici"-Publikationsdirektor Rolf Heinz kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil an.

Das Blatt hatte am 21. November 2014 getitelt: "Francois Hollande und Julie Gayet... im Elysee-Palast!" In dem Bericht hieß es: "Seit dem Beginn ihrer Beziehung hat man sie noch nie zusammen gesehen." Auf den Bildern mit schlechter Auflösung ist Hollande auf der Terrasse des Präsidentenpalastes zu erkennen, die aus Film und Fernsehen bekannte Schauspielerin sitzt neben ihm.

Bilder vermutlich aus dem Inneren des Elysee-Palastes

Das Klatschmagazin "Closer" hatte bereits im Jänner 2014 Hollandes Liebesaffäre mit Gayet enthüllt, ohne aber gemeinsame Fotos zu drucken. Die Veröffentlichung der "Voici"-Bilder sorgte für große Unruhe beim Sicherheitsdienst des Präsidenten. Eine interne Untersuchung ergab, dass die Bilder vermutlich aus dem Inneren des Elysee-Palastes aufgenommen wurden, was die Zeitschrift abstreitet.

Wer die Fotos gemacht hat, ist unbekannt. Nach der Veröffentlichung wurden jedoch fünf Mitarbeiter aus dem Umfeld des Präsidenten versetzt.

Nach dem Gerichtsurteil muss die Zeitschrift auf ihrer Titelseite nun eine juristische Erklärung zu dem Fall abdrucken. "Voici" und ein anderes Magazin waren bereits im vergangenen Oktober wegen der Veröffentlichung ähnlicher Fotos von Hollande zu einer Geldstrafe verurteilt worden. (APA, 5.7.2016)

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