Wahlauszählung: Best Practice

Einserkastl5. Juli 2016, 17:28
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Es liegt nahe zu erforschen, wie unsere Nachbarn die Sache mit den Wahlbeisitzern handhaben

Im 71. Jahr der Zweiten Republik haben wir also entdeckt, dass diese Sache mit den Wahlbeisitzern irgendwie verhatscht ist: Da liegt es nahe zu erforschen, wie unsere Nachbarn mit dieser gewaltigen demokratischen Herausforderung umgehen. Im besten Fall stoßen wir auf ein Best-Practice-Beispiel. Im schlechtesten erwächst uns aus dieser Übung der Trost, dass auch andere das Metier der Bananenrepublikaner ganz gut beherrschen.

Hilfreich ist in jedem Fall, wenn Bürger bereit sind, sich persönlich zu engagieren. In Rom etwa haben sich Anfang Juni gleich 850 gewerkschaftlich organisierte Busfahrer in ihrer – bezahlten, aber das ist ja nur gerecht – Arbeitszeit in den Wahllokalen eingefunden, um zu sehen, ob dort alles seine Ordnung hat. Ein Viertel der Busse in Rom am Wahltag ausgefallen? Wahlhilfe für die Kandidatin der Protestbewegung, die nun Bürgermeisterin ist.

Italien ist in der Euro zwar auch nicht weitergekommen, aber ein bisschen weiter als Österreich ja doch. Die Unterstützung war enorm: Auch da können wir noch etwas lernen. Die römischen Busfahrer haben sich patriotisch vorbildlich verhalten – so vorbildlich, dass es ihnen jene in Palermo und ein Teil der Fluglotsen in Fiumicino nachgemacht haben – und sind just zur Zeit des Spiels Italien – Schweden in einen kurzen Streik getreten. Muss man ausgerechnet Bus fahren oder fliegen, wenn die Nationalmannschaft spielt? Na eben. (Gudrun Harrer, 5.7.2016)

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