Russischer Geheimdienst beschlagnahmt Dokumente bei kritischem Sender

5. Juli 2016, 16:54
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Wegen Kommentar auf Internetseite wurden außerdem Mitarbeiter zum Verhör vorgeladen

Wegen eines kremlkritischen Beitrags hat der russische Inlandsgeheimdienst FSB beim renommierten Moskauer Radiosender Echo Moskwy Dokumente beschlagnahmt und Mitarbeiter zum Verhör vorgeladen. Das teilte Echo-Vizechef Wladimir Warfolomejew am Dienstag mit.

Publizist kritisierte Tschetschenien-Politik von Putin

Hintergrund ist ein Kommentar auf der Internetseite des Senders, in dem der Publizist Andrej Piontkowski (76) die Tschetschenien-Politik von Präsident Wladimir Putin kritisiert. Darin heißt es unter anderem, der Kreml versorge die Führung der Teilrepublik mit Palästen, während sich die arbeitslose Jugend Islamisten anschließe.

Sieben FSB-Mitarbeiter hätten sich etwa zwei Stunden lang in der Redaktion aufgehalten und die Herausgabe der Korrespondenz mit Piontkowski verlangt, teilte Echo-Vizechef Warfolomejew mit. Mehrere Mitarbeiter seien zu Verhören einbestellt worden. In den Augen der Justiz rufe der Text zur Abtrennung von Tschetschenien von Russland auf und stelle daher die territoriale Integrität des Staates infrage, hieß es. Piontkowski hatte den Artikel im Jänner veröffentlicht und Russland nach der ersten scharfen Kritik im Februar verlassen.

Echo Moskwy gilt als eines der letzten kritischen Massenmedien Russlands und als wichtige Stimme im Riesenreich. Die Redaktion ist immer wieder Anfeindungen kremlnaher Kräfte ausgesetzt. (APA, 5.7.2016)

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