Tirol: Freierbestrafung und legale "Studios" für Prostituierte

5. Juli 2016, 16:29
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Landespolizeigesetz wird novelliert

Innsbruck – Derzeit ist Prostitution in Tirol außerhalb von Bordellen verboten. Doch, und da wird der zuständigen Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf niemand widersprechen: "Illegale Prostitution gibt es trotzdem."

Die schwarz-grüne Tiroler Regierung hat sich deshalb nun auf eine Novelle des Landespolizeigesetzes geeinigt, durch die die illegale Sexarbeit eingedämmt werden soll. Konkret wird es künftig möglich sein, am Straßenstrich ertappte Freier zu bestrafen. Darüber hinaus sollen Gemeinden sogenannte "Erlaubniszonen" schaffen können.

"Studios" fern von Kirchen

In solchen ausgewiesenen Bereichen dürften Sexarbeiterinnen legal ihr Gewerbe anbieten. Fraglich bleibt allerdings, ob sich in den Kommunen tatsächlich Mehrheiten finden werden, die diese Zonen umsetzen wollen.

Eine weitere Liberalisierung ist dadurch geplant, dass sich bis zu drei Prostituierte künftig ein sogenanntes "Studio" anmieten können. In einem Gebäude wären bis zu zwei solcher "Prostitutionslokale" erlaubt. Es gibt allerdings zahlreiche Auflagen: So dürfen die Privatetablissements beispielsweise nicht in der Nähe von Kirchen, Schulen oder Friedhöfen sein und Nachbarn sich nicht belästigt fühlen.

Keine "Empfehlung"

Auf Journalistennachfrage bei Zoller-Frischauf, ob nun demnächst mit einem Innsbrucker Rotlichtviertel zu rechnen sei, antwortete sie: "Die Möglichkeit für Erlaubniszonen ist da." Diese zu nutzen will sie dann aber doch nicht raten: "Empfehlen werde ich das mit Sicherheit nicht." (Katharina Mittelstaedt, 6.7.2016)

  • In Tirol sollen Gemeinden künftig "Erlaubniszonen" für Prostituierte schaffen können.
    foto: reuters

    In Tirol sollen Gemeinden künftig "Erlaubniszonen" für Prostituierte schaffen können.

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