Viermal Dreieck plus Schnüre: Der Bikini wird 70

5. Juli 2016, 14:56
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Der erste Zweiteiler, der Bikini genannt wurde, war vor allem ein Marketingcoup

Er war in erster Linie ein genialer Marketingcoup: Vor siebzig Jahren, am 5. Juli 1946, präsentierte der selbsternannte Designer Louis Réard den ersten Bikini in der Pariser Piscine Molitor. Um medial für Wirbel zu sorgen, engagierte er dafür mit Micheline Bernardini ein Revue-Girl– es war damals gar nicht so einfach, eine Frau zu finden, die gewillt war, mehr Haut als Stoff zu zeigen.

Das präsentierte Modell, bestehend aus "vier Dreiecken und ein paar Schnüren", war mit Zeitungsausschnitten bedruckt – und auch der neue Name für den Badezweiteiler barg Explosionsgefahr: Réard benannte den "Bikini" nach dem Bikini-Atoll – wenige Tage zuvor hatten die USA dort die ersten Atomwaffentests der Nachkriegszeit durchgeführt. Der gelernte Maschinenbauingenieur wusste, wie Schlagzeilen gemacht werden.

apollomovieguy

Ein Verkaufserfolg wurde der Bikini in der prüden Nachkriegszeit allerdings nicht sofort. Es bedurfte erst einer Ursula Andress, die 1962 in "Dr. No" als das erste Bond-Girl in die Bikini-Geschichte einging. Der weiße Zweiteiler führte vor, dass ein Bikini nicht nur sexy, sondern auch praktisch sein kann: Er beinhaltete einen Gürtel inklusive eines Halfters für ein Muschelmesser. Der Andress-Bikini wurde nicht nur vor einigen Jahren bei Christie's für mehr als 40.000 Pfund versteigert, und er machte den Weg frei für noch gewagtere Modelle.

#FREE First version of monokini by Rudi Gernreich. Photo Paul Schutzer Model Daphne Dayle #rudigernreich #paulschutzer

Ein von Catherine Miran (@catmiran) gepostetes Foto am

1964 brachte Rudi Gernreich den Monokini auf den Markt – er blieb im Gegensatz zum Bikini aber tatsächlich vor allem ein Marketinggag. Bis 1968 verkauften sich gerade einmal 3.000 Modelle. (feld, 5.7.2016)

  • Ursula Andress 1962 in "Dr. No"
    foto: dpa

    Ursula Andress 1962 in "Dr. No"

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