Bundesregierung will die Gründung von 1.000 neuen Start-ups fördern

5. Juli 2016, 13:05
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Paket im Wert von 185 Mio. Euro – Innovative und maximal fünf Jahre alte Firmen im Fokus

Die Bundesregierung verabschiedete heute zwar kein großes Wirtschaftsprogramm, aber ein Paket zurFörderung von Start-ups. Das sind junge Firmen mit innovativen Geschäftsideen. Nächste Woche sollen die Details für eine gesenkte Bankenabgabe stehen, im Herbst soll eine große Reform der Gewerbeordnung folgen.

10.000 bis 15.000 neue Jobs

Das Start-up-Paket sieht vor, dass 185 Mio. Euro an frischem Geld und zusätzlich 100 Mio. Euro an Garantien für die Startphase von innovativen neuen Unternehmen aufgewendet werden. Damit sollen 1.000 neue Start-ups entstehen. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) sprach bei der Vorstellung am Dienstag nach dem Ministerrat von 10.000 bis 15.000 neuen Jobs. Die Unternehmen sollten aber nicht nur stark exportorientiert sein, sondern auch ein starkes Wachstumspotenzial haben.

"Natürlich wird das Geld kosten, aber wenn man davon ausgeht, dass diese Maßnahmen dazu führen sollen, dass 1.000 neue Firmen gegründet werden, dann scheint das gerechtfertigt zu sein", sagte Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) vor dem Ministerrat. Man wolle klarstellen, dass Österreich ein guter Standort ist. Auch für Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ist es ein "ganz massiver Schritt", der Österreich bei der Start-up-Förderung dort hinbringen werde, wo Großbritannien und Deutschland jetzt schon sind. Insbesondere sei es eine "gravierende Neuerung", dass die ersten drei Mitarbeiter in den ersten drei Jahren des Unternehmens gefördert werden, indem die Lohnnebenkosten teilweise gestundet werden.

Für die Finanzierung der Frühphase (Seed-Finanzierung) sind weitere 20 Mio. Euro vorgesehen

Der Löwenanteil der Förderung entfällt mit rund 100 Mio. Euro auf eine Verringerung der Lohnnebenkosten in den ersten drei Jahren. Fünf Mio. Euro soll es für Unternehmensgründungen aus Universitäten heraus geben, hier ist die Schweizer ETH Zürich das Vorbild. Der Business-Angels-Fonds soll um fünf Mio. Euro aufgestockt werden. Hier besteht die Hoffnung, dass aus dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) weitere fünf Mio. Euro dazukommen. Die Business Angels sollten noch einmal 20 Mio. Euro zusätzlich zur Verfügung stellen. Für die Finanzierung der Frühphase (Seed-Finanzierung) sind weitere 20 Mio. Euro vorgesehen.

Abgesehen von diesem frischen Geld, will die Bundesregierung auch die Garantien aufstocken, die Start-ups über das aws gewährt werden. Bisher sind es jährlich 200 Mio. Euro, ab 1. Jänner 2017 sollen weitere 100 Mio. Euro dazukommen. Das soll 350 Mio. Euro an Investitionen auslösen und 9.000 Jobs schaffen bzw. sichern.

Weitere Leistungen sind beispielsweise Schecks über 10.000 Euro für die Einreichung von Patenten, neue Ideen können künftig für ein Jahr geschützt werden, auch wenn sie noch nicht patentreif sind.

Unterscheidung

Start-ups von anderen Jungunternehmen zu unterscheiden sei kein Problem, ist sich die Regierung sicher. Dafür gebe es schon klare Definitionen. Grundsätzlich haben diese Unternehmen ein innovatives Produkt oder eine innovative Dienstleistung oder ein innovatives Verfahren. Sie müssen auf schnelles Wachstum ausgerichtet sein. Das Unternehmen darf maximal fünf Jahre alt sein und muss den Hauptstandort in Österreich haben. (APA, 5.7. 2016)

  • Bundeskanzler Kern am  Pioneers-Festival.
    foto: apa

    Bundeskanzler Kern am Pioneers-Festival.

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