Fast jedes dritte deutsche Start-up wäre lieber in den USA

5. Juli 2016, 12:17
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Schwierige Finanzierung – Deutsche Regierung plant IT-Gipfel im November

Viele Start-ups hadern mit dem Standort Deutschland. Nur 44 Prozent der Gründer würden wieder in Deutschland loslegen, wenn sie die freie Wahl hätten, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hervorgeht. Fast jeder Dritte würde sich stattdessen für die USA entscheiden.

"Das ist alarmierend", sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks in Berlin. Er führt das in erster Linie auf die schwierige Finanzierung zurück – vor allem für Unternehmen, die ihr Wachstum mit frischem Geld in Millionenhöhe anschieben wollen. "Da wird es immer schwieriger", sagte Dirks. 55 Prozent nennen deshalb die Finanzierung als großes Hemmnis.

Verbessert

Gleichzeitig hat sich allerdings die Situation für fast jedes zweite Start-up in den vergangenen zwei Jahren verbessert. Bitkom sieht aber noch viel Luft nach oben. "Wir müssen die Start-up-Nation werden – nicht eine von vielen", sagte Dirks. Um das zu schaffen, schlägt sein Verband den Aufbau "digitaler Ökosysteme" vor. Hier sollen Weltkonzerne mit dem Mittelstand und Start-ups zusammengebracht werden.

Chancen sieht Bitkom vor allem im Bereich Industrie 4.0 – also der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion. "Wir müssen dort ansetzen, wo Deutschland heute schon die Nase vorn hat", sagte der Bitkom-Präsident und nannte als Beispiele die Bereiche Auto, Logistik, Versicherer und Banken.

"Diese Orte der digitalen Transformation müssen und können so attraktiv sein, dass sich Unternehmen aus der ganzen Welt darum reißen, dort mit dabei sein zu dürfen", sagte Dirks. Er sei zuversichtlich, dass beim nationalen IT-Gipfel der deutschen Regierung im November erste konkrete Projekte gezeigt werden könnten. (APA, 5.7. 2016)

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Bitkom

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    foto: ap
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