Aktien von Monte Paschi stürzen an der Börse ab

5. Juli 2016, 11:02
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Papiere nach Verlust von zehn Prozen vom Handel ausgesetzt – Italiens Industriellenchef: "Haben volles Vertrauen in Bankensystem"

Rom – Nachdem die EZB bei der italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) am Montag auf einen raschen Abbau fauler Kredite gedrängt hat, sind die Aktien des Geldhauses am Dienstag erneut arg unter Druck geraten. Nach einem Kursverlustes von zehn Prozent auf 0,3 Euro wurde die Aktie in Mailand vom Handel genommen. Andere Bankenaktien, darunter auch die Bank-Austria-Mutter UniCredit, legten dagegen zu. Die UniCredit-Aktie kletterte um drei Prozent. Die Mailänder BPM stieg um 2,46 Prozent, UBI um 1,53 Prozent.

Die Gewerkschaften von MPS klagten, dass die toskanische Bank und das gesamte italienische Bankensystem wieder Opfer spekulativer Attacken seien. "Diese Situation wird durch den Mangel an konkreten Initiativen seitens der italienischen Regierung zum Schutz der Banken und durch eine übertrieben strenge Anwendung der europäischen Regeln seitens der EZB erschwert", berichteten die Gewerkschaften.

Der Chef des italienischen Industriellenverbands Confindustria, Vincenzo Boccia, versicherte, dass die Unternehmer volles Vertrauen in Italiens Bankensystem haben. MPS muss die per 2015 angehäuften Problemkredite im Volumen von 24,2 Mrd. Euro bis 2018 um 40 Prozent auf dann 14,6 Mrd. Euro abschmelzen. Derzeit liegt der Anteil dieser Darlehen am gesamten Kreditportfolio bei 41 Prozent – der höchste Wert aller italienischer Geldhäuser. (APA, 5.7.2016)

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