"Batwoman" kümmert sich um hunderte Flughunde

Ansichtssache5. Juli 2016, 11:31
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Junge Israelin hat eine Pflegestation eingerichtet, die sie geheimhält, um mögliche Beschwerden von Nachbarn zu verhindern

Tel Aviv – Sie wird – eigentlich nicht ganz korrekt – Israels "Batwoman" genannt: Im abgeschiedenen Elah-Tal hat die junge Israelin Nora Lifschitz mit den violetten Haaren eine verborgene Pflegestation für hunderte Flughunde (also keine "bats" (Fledermäuse), sondern "flying foxes") eingerichtet, mit denen sie ihr Leben teilt. "Die verletzten oder kranken Tiere schauen dich mit diesen großen traurigen Augen an wie Disneyfiguren", begründet die 29-Jährige ihre Vorliebe.

Die engagierte Tierschützerin bemuttert gerade 260 Neuankömmlinge, die vor dem Abriss eines leerstehenden Gebäudes im Küstenort Chadera in Sicherheit gebracht wurden. Sie gesellen sich nun zu hunderten Artgenossen in den beiden mit Nylonnetzen abgetrennten Großkäfigen in einer Halle, die früher als Hühnerfarm diente. Zwei Mädchen, die Nora mit weiteren Freiwilligen helfen, füttern die Tiere reihum mithilfe von Spritzen ohne Kanülen. Die rund 15 Zentimeter großen Nilflughunde klammern sich dabei an die Hemden ihrer Ammen.

Ein bisschen Hund, ein bisschen Katze

Die Sozialarbeiterin hat sich privat immer schon für verletzte oder verlassene Tiere aller Art eingesetzt und dabei eine besondere Zuneigung zu Flughunden entwickelt. "Die erinnern nicht nur vom Gesicht her, sondern auch mit ihrer Treue und Gehorsamkeit ein bisschen an Hunde, zugleich aber auch an Katzen, wenn sie keine Lust auf Mensch haben und dir die kalte Schulter zeigen", erläutert sie. Vor zwei Jahren hatte sie angefangen, über Facebook Hilfe für verletzte Flughunde anzubieten. Das sprach sich schnell herum.

Ihre Wohnung mitten in Tel Aviv war bald der falsche Platz für die wachsende Pflegestation. Ihr Verein Atalef (Hebräisch für "Fledertier") sammelte über das Internet ausreichend Finanzmittel, um im Frühjahr den Umzug in das neue Domizil zu ermöglichen.

Ort bleibt geheim

Den genauen Ort will Nora nicht veröffentlicht sehen, um das anonyme "Abladen" von Tieren zu vermeiden. Ihre Helfer holen gefährdete Flughunde ab, sobald Meldungen über Facebook oder eine Notrufnummer eingehen.

Außerdem fürchtet die Tierschützerin Vorbehalte der Nachbarn, wenn die Adresse publik wird. Denn der Rousettus aegyptiacus, so der wissenschaftliche Name, gilt als Plantagenschädling. Nora widerspricht: Ihre Schützlinge ernährten sich eigentlich nur von überreifen Früchten oder solchen, die geschädigt sind. Die Litschis, Datteln oder Feigen würden von den Bauern aber schon kurz vor der Reife geerntet, um die Haltbarkeit zu verlängern. (APA, AFP, red, 5.7.2016)

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