Update-Druck mit Fullscreen-Hinweis: Windows 10 wächst, Windows 7 auch

11. Juli 2016, 11:12
84 Postings

Das Ende der kostenlosen Update-Periode steht bevor, am 2. August kommt neue Version

Die Zeit läuft: Nur mehr bis zum 29. Juli stellt Microsoft sein Betriebssystem Windows 10 privaten Nutzern als kostenloses Upgrade zur Verfügung, wenn sie bereits Windows 7 oder 8.1 nutzen. Nach diesem Termin müssen alle, die auf das neue System wechseln wollen, eine eigene Lizenz für die neue Version besorgen – ab 135 Euro. Nun macht Microsoft Druck und erinnert die Nutzer mit einem Fullscreen-Hinweis auf das nahende Ende des Gratis-Updates, denn die Verbreitung von Windows 10 läuft zwar schneller als bisherige Systeme, aber für Microsoft offenbar doch nicht schnell genug.

Druck zum Umstieg

All dies natürlich vorausgesetzt, dass sich Microsoft nicht doch noch in letzter Minute umbesinnt und die Frist verlängert. Immer wieder hatten Beobachter im letzten Jahr Zweifel daran angemeldet, dass Microsoft das Ende des Gratisupgrades ernst meint. Viele sehen im Festlegen eines Stichtags lediglich ein Vehikel, um Druck für einen raschen Umstieg zu machen.

Der riesige Hinweis, der in vielen Blogs als bisher nervigster Upgrade-Hinweis kritisiert wird, verstärkt diesen Druck weiter. Einige scherzen, dass es sich dabei um einen Bluescreen handelt – also jene Anzeige, die bei einem Absturz des Systems kommt. Nutzer können entscheiden, ob sie sofort aktualisieren wollen, später nochmal erinnert werden sollen oder das Fenster ohne weitere Benachrichtigung wegklicken.

Bisher ist Windows 10 auf 350 Millionen Geräten weltweit installiert. Im Jahr 2018 sollen es laut den Plänen von Microsoft eine Milliarde Geräte sein. Einen Nachfolger soll es nicht mehr geben – nur noch fortlaufende Funktions- und Sicherheitsupdates.

Schnelle Verbreitung, aber auch Windows 7 wächst wieder

So schnell wie Windows 10 ist zuvor kaum ein anderes Betriebssystem im Markt gelandet. Dieser Erfolg ist primär dem kostenlosen Angebot für die private Nutzung geschuldet. Laut Netmarketshare kam Windows 10 im Juni auf einen Anteil von 19,14 Prozent. Im Vormonat waren es fast 2 Prozentpunkte weniger.

Allerdings wächst auch das 2009 eingeführt Windows 7 seit April wieder leicht. Es kommt aktuell auf 49,05 Prozent und ist damit das am weitesten verbreitete System. Die Anteile von Windows XP und Windows 8.1 sinken indes langsam, aber konstant.

Die Upgradepolitik von Microsoft stieß vielen Nutzern sauer auf. Viele hatten sich beschwert, dass etwa ein Klick auf das "X" in einem Menüfenster das Upgrade sogar automatisch startete. Normalerweise wird in Windows darüber ein Menü geschlossen. Bei dem erzwungenen Upgrade konnten ungefragt riesige Datenmengen heruntergeladen werden, kritisierten Konsumentenschützer.

Einer kalifornischen Nutzerin machte ein solches Upgrade den Rechner für Tage unbrauchbar. Sie zog vor Gericht. Microsoft einigte sich mit ihr auf eine Zahlung von 10.000 US-Dollar. Mittlerweile hat Microsoft mit einem neuen Menüfenster auf die Kritik reagiert. Ungewollte Updates sollten nicht mehr so leicht passieren.

Update zum Geburtstag

Microsoft hat Windows 10 am 29. Juli 2015 gestartet. Zum ersten Geburtstag wird es ein umfangreiches Update geben. Dieses steht ab dem 2. August zur Verfügung und kommt mit allerlei Neuerungen daher. So kann sich der Nutzer künftig über "Windows Hello" mithilfe seiner biometrischen Merkmale wie Fingerabdruck, Gesicht oder Iris auch bei verschiedenen Anwendungen und im Browser Edge anmelden, eine Passwortangabe ist dann nicht mehr erforderlich.

Ink und Cortana

Der integrierte Malwareschutz Windows Defender soll es künftig ermöglichen, automatisch regelmäßige schnelle Scans durchzuführen und das Gerät auf mögliche Schädlinge zu überprüfen. Im Falle einer Bedrohung werden die Nutzer umgehend benachrichtigt. Im neuen Windows 10 steht erstmals Microsoft Ink für handschriftliche Notizen mit einem digitalen Stift bereit. Dies ermögliche es Grafikdesignern kreativer zu sein, so der Konzern. Musiker könnten digital komponieren, Juristen per Stift Dokumente bearbeiten. Zudem soll der virtuelle Assistent Cortana mehr Anweisungen ausführen können und die Leistungsfähigkeit des Browsers Edge gesteigert werden.

So kann sie nach dem Update auch bei gesperrtem Bildschirm genutzt werden und etwa Musik abspielen oder Fragen beantworten. Informationen sollen geräteübergreifend synchronisiert werden können. Persönliche Infos kann sie speichern. (sum, br, 11.7.2016)

  • Microsoft will, dass sich Windows 10 noch schneller verbreitet und weist Nutzer nochmal auf das Ende der kostenlosen Update-Periode hin.
    foto: reuters/shannon stapleton

    Microsoft will, dass sich Windows 10 noch schneller verbreitet und weist Nutzer nochmal auf das Ende der kostenlosen Update-Periode hin.

  • Blogger ziehen beim Update-Hinweis scherzhafte Vergleiche zum gefürchteten Bluescreen.
    foto: microsoft

    Blogger ziehen beim Update-Hinweis scherzhafte Vergleiche zum gefürchteten Bluescreen.

Share if you care.