Vatileaks: Vier Haftstrafen und ein Freispruch beantragt

4. Juli 2016, 18:17
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Drei Jahre und neun Monate Haft für PR-Agentin Chaouqui gefordert

Vatikanstadt – Bei dem seit November laufenden Verfahren im Vatikan um die illegale Weitergabe vertraulicher Dokumente an zwei Journalisten haben die vatikanischen Staatsanwälte Haftstrafen für vier der fünf Angeklagten gefordert. Die höchste Strafe – drei Jahre und neun Monate Haft – wurde für die PR-Agentin Francesca Chaouqui beantragt.

Für den angeklagten spanischen Geistlichen Lucio Angel Vallejo Balda verlangte die vatikanische Justiz drei Jahre und ein Monat Haft. Für Nicola Maio, der früher wie Vallejo Balda und Chaouqui für eine von Papst Franziskus eingerichtete Wirtschaftsprüfungskommission tätig war, forderten die vatikanischen Staatsanwälte 13 Monate Haft. Ein Jahr Haft wurde für den Enthüllungsjournalisten Gianluigi Nuzzi beantragt. Für seinen ebenfalls angeklagten Kollegen Emiliano Fittipaldi forderten die Staatsanwälte wegen Mangel an Beweisen einen Freispruch.

"Surreale" Strafverfolgung

Am Dienstag ist das Plädoyer der Verteidigung vorgesehen. Mit einem Urteil wird am Mittwoch oder spätestens am Donnerstag gerechnet.

Als "surreal" bezeichnete Chouqui die Strafforderung gegen sie. An der Gerichtsverhandlung am Montag erschien Chaouqui mit ihrem drei Wochen alten Sohn. "Dieser Prozess war auch sein Leidensweg", kommentierte die PR-Managerin.

Bei dem Verfahren geht es um die Veröffentlichung wirtschaftlicher Missstände in der römisch-katholischen Kirche durch Nuzzi und Fittipaldi, die sich illegal die Akten einer päpstlichen Untersuchungskommission beschafft haben sollen. Die Journalisten sollen die Geheimdokumente von Chaouqui und vom Kurienprälaten Vallejo Balda bekommen haben. (APA, 4.7.2016)

  • Chouqui mit Kind: Strafforderung ist ihr unbegreiflich.
    foto: apa / afp / alberto pizzoli

    Chouqui mit Kind: Strafforderung ist ihr unbegreiflich.

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