Pornoköder oder Fake-Gewinnspiel: So wird man Facebook-Viren los

16. August 2016, 11:32
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Wer unwissentlich Videos mit anrüchigen Titeln an Freunde verschickt, könnte sich einen Facebook-Virus eingetreten haben

"Bist das wirklich Du auf dem Foto?" "Hast Du schon das neue Video von Martina gesehen?" "Er bemerkt einfach nicht, dass man ihn total nackt sieht!" Derartige Headlines tauchen immer wieder auf Facebook auf. Mal werden sie von einem Freund über den Messenger verschickt. Mal wird man in einem Video von einem Freund markiert. Dabei handelt es sich meist um Spam bzw. einen Facebook-Virus.

Was steckt dahinter?

Zur Spam-Schleuder können Facebook-Konten werden, wenn Nutzer auf manipulierte Links klicken oder ihr Computer mit einem Virus infiziert wurde. Auch können sich Kriminelle Zugang zum Konto verschaffen, wenn etwa die Facebook-Zugangsdaten auch bei einem anderen Dienst in Verwendung ist, der gehackt wurde. Schädliche Apps bzw. Viren können die Berechtigung erlangen auf Facebook zu posten, indem sie dem Nutzer eine harmlose Funktion Dienst vorgaukeln. Ohne dass man davon weiß, werden dann Links gepostet oder per Messenger an alle Freunde verbreitet. Kicken sie drauf, wird die Nachricht wiederum von ihnen an alle Kontakte gesendet usw.

Generell gilt: bevor man eine Seite oder eine Anwendung Zugriff auf Facebook gibt, sollte man überlegen, ob dahinter nicht eventuell eine unseriöse Absicht stehen könnte. Beispielsweise ist bei Seiten Vorsicht angesagt, die umfangreiche Berechtigungen verlangen, nur damit man an einem Test oder einen Quiz teilnehmen kann. E-Mail-Anhänge sollten nur von vertrauenswürdigen Quellen geöffnet werden. Betriebssystem und Programme sollten immer aktuell gehalten werden. Wenn man doch einmal in die Fall getappt ist, muss man aber nicht gleich das Konto aufgeben.

Wenn man in einem Video markiert wird oder eine Spam-Nachricht erhält.

  • Nicht auf den Link klicken, sonst läuft man Gefahr selbst zur Spam-Schleuder zu werden.

  • Den Freund, der den Spam verschickt, und gemeinsame Freunde sollte man gleich selbst warnen.

  • Versendet etwa eine Seite nervige Spam-Links, kann man diese direkt beim Posting melden.

Wenn über das eigene Konto unerwünschte Inhalte verschickt werden.

  • Passwort ändern und das Konto absichern. Facebook bietet eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, damit der Login nur über autorisierte Geräte und Browser erfolgen darf.

  • Den Anmeldeverlauf auf verdächtige Aktivtäten prüfen. Hier kann man nachsehen, ob es ein Login durch eine fremde Person bzw. auf einem fremden Computer gab.

  • Unerwünschte Aktivitäten löschen. Über das Aktivitätenprotokoll kann man nachsehen, was man zuletzt auf Facebook getan hat. Hier werden alle Postings und Likes übersichtlich aufgelistet und können nachträglich gelöscht werden.

  • Schädliche Apps löschen. In den App-Einstellungen ist zu sehen, welchen Anwendungen man den Zugriff auf das Facebook-Konto erlaubt hat. Unerwünschte Apps können hier gelöscht werden.

  • Apps blockieren. Dabei handelt es sich zwar nicht um Spam, Spieleeinladungen können aber ebenso nerven. Wer sie nicht mehr erhalten will, kann die Spiele bzw. Apps im Menü unter "Blockieren" sperren lassen. (Birgit Riegler, 16.8.2016)
  • Oft werden Nutzer geködert auf einen Link zu klicken, indem ihnen vorgetäuscht wird auf einem anrüchigen Video oder Foto markiert worden zu sein.
    foto: apa/afp/karen bleier montage/screenshot: riegler

    Oft werden Nutzer geködert auf einen Link zu klicken, indem ihnen vorgetäuscht wird auf einem anrüchigen Video oder Foto markiert worden zu sein.

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