NÖ Gebietskrankenkassen mit Überschuss

4. Juli 2016, 15:05
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Die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse (NÖGKK) hat einen Jahresüberschuss von 14,6 Millionen erwirtschaftet – Leistungsspektrum wird erweitert

Die NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) hat 2015 bei einem Gesamtbudget von knapp 2,2 Milliarden Euro einen Jahresüberschuss von 14,6 Millionen erzielt. Im Voranschlag waren es noch minus 48 Millionen, zeigte sich Obmann Gerhard Hutter stolz, dass das Ergebnis trotz düsterer Prognosen durch gutes Wirtschaften noch gedreht werden konnte, und kündigte Erweiterungen des Leistungsspektrums an.

Heuer rechnet Hutter mit einem Überschuss von 18,3 Mio. Euro. "Wir sind krisensicher und leistungsfähig", verwies er auf die schlechten ökonomischen Rahmenbedingungen. "Mitgeholfen" bei den Einsparungen gegenüber dem Voranschlag habe die mit einem Anstieg von 3,5 Prozent "relativ moderate" Entwicklung bei den Heilmittelkosten, für die 480 Mio. Euro ausgegeben wurden.

Beim Krankengeld gab es mit 117,6 Mio. Euro Ausgaben aufgrund sinkender Dauer der Krankenstände sogar einen Rückgang von 1,5 Prozent. Ärztliche Hilfe schlug sich mit 531,1 Mio. Euro zu Buche, Anstalts- und Hauskrankenpflege mit 563,3 Millionen. Der Verwaltungs- und Verrechnungsaufwand lag bei lediglich 2,1 Prozent der Gesamtaufwendungen.

Zahlen, patientenzentriert

In Summe gebe die NÖGKK jeden Tag fünf Mio. Euro für Spitäler, Ärzte und Medikamente aus, das seien drei Viertel der Versicherungsleistungen. Jeder Kunde brauche im Jahr durchschnittlich 1.734 Euro (ein 20-Jähriger durchschnittlich 564, ein 50-Jähriger 1.300 und ein 70-jähriger 2.900 Euro). Die Krankenkasse zählt 908.595 Versicherte, anspruchsberechtigt sind – inklusive mitversicherter Angehöriger – knapp 1,2 Millionen Menschen.

Das positive Geschäftsergebnis sei nicht Selbstzweck, sondern Basis für eine weitere Verbesserung des Angebots in den Bereichen Ärzte, Kinder und Jugendliche sowie Gesundheitsförderung und Prävention, unterstrich Generaldirektor Jan Pazourek. 2015 wurden 120 neue Ärzte unter Vertrag genommen und 39 zusätzliche Kassenplanstellen besetzt, 36 davon in der Kieferorthopädie, verwies Pazourek auf die Einführung der Gratiszahnspange für Kinder.

Heuer seien bereits weitere acht Planstellen geschaffen worden, das Netz an Gruppenpraxen wuchs um 18 auf nunmehr 85, womit die NÖGKK an erster Stelle der Gebietskrankenkassen in Österreich rangiere. Insgesamt wurden 268 Bewerber gezählt, das entspreche 2,6 pro Stelle. Dennoch gebe es punktuell Nachbesetzungsprobleme: 17 – von 1.730 – Stellen seien derzeit unbesetzt.

Krankheiten gegensteuern

Im Bereich Kinder und Jugendliche nannte Pazourek eine Ausweitung des in Wiener Neustadt gestarteten Projekts "Frühe Hilfen", den seit Mitte 2015 limitfreien Zugang zu Psychotherapie, die "Vorzeigeeinrichtung" eines Autismuszentrums und die Gesundheitsuntersuchungen für Lehrlinge. 2015 wurden 10,94 Euro pro Anspruchsberechtigtem für Gesundheitsförderung und Prävention – in Betrieben und Schulen – ausgegeben, das sei um 47 Prozent mehr als der Durchschnitt aller Gebietskrankenkassen.

Trotz dieser erfreulichen Zahlen im Vorjahr und auch heuer sah Pazourek mit Hinweis auf die schwache Konjunktur und die Abhängigkeit der Sozialtransfersysteme von der Lohnsumme einen "Wermutstropfen" im Blick auf 2017 und die Folgejahre. Angesprochen auf die Causa MRT-Untersuchungen, meinte der Generaldirektor, er habe heute noch ein Gespräch mit den Betreibern: "Wir sind mit Beschwerden konfrontiert", Niederösterreich gehöre mit Wien und dem Burgenland zur Problemzone, die langen Wartezeiten seien eine "inakzeptable" Situation: "Wir brauchen einen reibungslosen Betrieb." (APA, 4.7.2016)

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