Ab 2017 wieder kürzerer Radius im Riesentorlauf

4. Juli 2016, 12:08
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Kehrtwende der FIS aufgrund vieler Probleme – Reichelt begrüßt den Schritt, "auch wenn er für mich zu spät kommt"

Wien – Im alpinen Ski-Weltcup kehrt man ab der Saison 2017/18 wieder zu einem kürzeren Radius bei den Riesentorlauf-Ski der Herren zurück. 2012 hatte man diesen unter viel Kritik von Aktiven und Herstellern von 27 auf 35 Meter erweitert. Nun geht man wegen der seitdem aufgetretenen Probleme bei Läufern wieder auf 30 Meter zurück.

Vor vier Jahren hatte der Ski-Weltverband (FIS) die Riesentorlauf-Ski länger, schmäler und weniger tailliert gemacht und sich dadurch eine Reduzierung von (Knie- ) Verletzungen erhofft. Von Kritikern wurde dies aber vielfach als Ende der Carving-Ära bezeichnet.

Künftig sollen die RTL-Ski der Herren wieder einen kleineren Radius haben und können auch wieder drei Zentimeter kürzer sein. Die Minimumlänge beträgt 1,93 m.

Die Taillierung der Ski bestimmt den Kurvenradius, den man auf der Kante fahren kann, ohne zu rutschen. Das gilt als schnellste Variante. Ein längerer Radius erfordert – je nach Kurs – auch mehr Kraftaufwand. Das hat nach den Entscheidungen von damals aber speziell bei noch nicht so kräftigen Nachwuchsfahrern für gesundheitliche Probleme gesorgt.

Reichelt reagiert positiv

Auch Hannes Reichelt begrüßt die 30 Meter. "35 Meter waren einfach zu viel", erklärte der Hahnenkamm-Sieger von 2014 und Super-G-Weltmeister von 2015. Reichelt hat früher auch im Riesentorlauf gewonnen, nach der Material-Revolution dieser Disziplin aber nach und nach den Rücken zugewandt und sich auf Speedbewerbe spezialisiert.

Man dürfe aber nicht den Fehler machen, deshalb künftig auch den Torabstand wieder zu verringern, warnte der Salzburger zudem. "Es soll ja auch im TV wieder richtig rüber kommen."

Reichelt kann der beim jüngsten FIS-Kongress in Cancun getroffenen Entscheidung auch deshalb viel abgewinnen, weil seiner Meinung nach dadurch Rückenprobleme zahlreicher Weltcup-Läufer verringert bzw. verhindert werden könnten. Reichelt selbst hatte Olympia 2014 wegen einer Bandscheibenoperation verpasst und zuletzt den "Riesen" fast komplett links liegen lassen.

"Auch wir Speedfahrer trainieren ja mit den Riesentorlauf-Skiern. Und Statistiken zeigen, dass nach der Regeländerung auf 35 Meter die Rückenprobleme massiv mehr geworden sind", sagte der Österreicher, der auch Athletenvertreter ist.

Für ihn persönlich würde die Maßnahme aber zu spät kommen, betonte der am Dienstag 36 Jahre alt werdende Radstädter. "Bis die neuen Ski kommen, bin ich wirklich in einem fortgeschrittenen Alter. Im Riesentorlauf brauchst du aber viel Schnelligkeit."

An Reichelts Plänen, bis Olympia 2018 in Südkorea zu fahren, ändert das aber nichts. Der Salzburger hat deshalb bis 2018 bei Salomon unterschrieben. (APA; 4.7.2016)

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