"League of Legends"-Hacker erhält mehrjährige Haftstrafe – muss sie aber nicht antreten

4. Juli 2016, 11:44
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Australier hatte gestohlene Spielerdaten verkauft und dem Hersteller gedroht

Ein 23-jähriger Australier namens Shane Stephen Duffy wurde vom Bezirksgericht Brisbane zu einer Haftstrafe von 2,5 Jahren verurteilt, weil er zwischen Mai 2013 und März 2014 gestohlene Daten von "League of Legends"-Spielern verkauft hatte.

Zudem hatte der Mann den Twitter-Account von Marc Merrill, dem Präsidenten von Hersteller Riot Games gehackt, um seine Hehlerei zu bewerben und schickte auch noch Droh-E-Mails an die Firma. Zu guter Letzt schloss sich Duffy mit anderen Hackern zusammen, um den Online-Spielbetrieb zu sabotieren, berichtet ABC Australia. Der verursachte Schaden wurde auf mehrere Hunderttausend Dollar geschätzt.

Traumatisch

Der Staatsanwaltschaft zufolge war Duffy zwar nicht an dem Hackerangriff von 2011 beteiligt, im Zuge dessen Kriminelle Accountinformationen von mehr als fünf Millionen Spielern erbeuteten, doch habe er eine Kopie der Daten erhalten und Profit daraus geschlagen. Insgesamt tätigte der Australier 194 Transaktionen in der Höhe von 32.000 Dollar.

Antreten muss Duffy seine Gefängnisstrafe allerdings nicht. Das Gericht ließ den Mann aufgrund seiner Autismus-Erkrankung unmittelbar nach der Urteilsverkündung auf Bewährung frei. Wie die Verteidigung erklärte, habe sich Duffy nach dem frühen Tod des Vaters im Jahr 2008 stark zurückgezogen und eine Essstörung entwickelt. Die Schule habe er nach der vierten Klasse verlassen, um zuhause unterrichtet zu werden. Weil seine Mutter Angst davor hatte, ihn medizinisch behandeln zu lassen, habe er nicht die Hilfe erhalten, die er benötigte. Dem Gericht nach wird Duffy seit der Verhaftung medikamentös behandelt und werde nun besser in sein soziales Umfeld integriert. (zw, 4.7.2016)

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    foto: league of legends
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