Transparenzliste: In der FPÖ gibt es die meisten Spitzenverdiener

4. Juli 2016, 09:43
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Bei Grünen und Neos finden sich die meisten hauptberuflichen Mandatare. Herbert Kickl, Generalsekretär der FPÖ, gehört zu den Spitzenverdienern

Wien – Die Zahl der hauptamtlichen Nationalratsabgeordneten nimmt weiter zu: Für 2015 haben 57 Mandatare keinen Nebenjob gemeldet. Das sind um vier mehr als im Jahr davor. Die meisten Spitzenverdiener hat nach wie vor die FPÖ in ihren Reihen, wie aus der "Transparenzliste" des Parlaments, die diese Woche veröffentlicht wurde, hervorgeht.

Ein Drittel macht es hauptberuflich

Vom Staat erhält ein einfacher Abgeordneter 8.686 Euro monatlich. Wie viel die Mandatare in ihrem bürgerlichen Beruf verdienen, müssen sie seit 2013 offenlegen. Allerdings werden die Einkünfte nicht für jeden Job einzeln angegeben: Veröffentlicht wird die Bruttogesamtsumme pro Monat, eingeteilt in fünf Kategorien: bis 1.000 Euro, 1.001 bis 3.500 Euro, 3.501 bis 7.000 Euro, 7.001 bis 10.000 Euro und über 10.000 Euro monatlich.

Ein knappes Drittel der Abgeordneten macht hauptberuflich Politik: Insgesamt 57 der 183 Parlamentarier haben im Vorjahr keinen Nebenjob gemeldet. Bei Grünen und Neos hat mehr als die Hälfte keinen Nebenjob, bei SPÖ, FPÖ und Team Stronach jeweils ein Drittel, und bei der ÖVP sind nur 14 Prozent der Mandatare ausschließlich Politiker.

Kickl ist Spitzenverdiener

Die meisten Spitzenverdiener hat nach wie vor die FPÖ im Klub: Vier ihrer Abgeordneten haben ein durchschnittliches Monatsbrutto von über 10.000 Euro gemeldet, darunter Generalsekretär und Wahlkampfleiter Herbert Kickl (der bei der Wiener Landespartei angestellt ist) sowie die Abgeordneten Andreas Karlsböck (Zahnarzt), Harald Stefan (Notar) und Hubert Fuchs (Steuerberater).

Bei der ÖVP sind es zwei Topverdiener: Andreas Zakostelsky (Chef der VBV – Vorsorgekasse) und Michaela Steinacker, die u. a. für die Immobilienfirma Raiffeisen Evolution arbeitet. Die SPÖ hat mit dem Rechtsanwalt Hannes Jarolim einen Spitzenverdiener in ihren Reihen. Ein weiterer Spitzenverdiener ist der fraktionslose Arzt Marcus Franz.

Die meisten berufstätigen Abgeordneten verdienen allerdings deutlich weniger: 29 Abgeordnete beziffern ihre monatlichen Nebeneinkünfte mit weniger als 1.000 Euro, bei 47 sind es zwischen 1.001 und 3.500 Euro. Weitere 29 beziehen 3.501 bis 7.000 Euro, und 13 Abgeordnete erhalten 7.001 bis 10.000 Euro. (APA, 4.7.206)

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    foto: apa
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