VW up!: Kleinster gemeinsamer Renner

5. Juli 2016, 11:59
76 Postings

VW faceliftet den up!. Nach der Modellpflege ist er jung, fresh und frech

Comer See – Das Attribut Kleinwagen war in der Vergangenheit oft leicht negativ besetzt. Ein Auto, welches nicht ganz ernst genommen wird, ein sogenannter Motorzwerg. Das Vorurteil ist längst nicht mehr gültig, die aktuellen Beiträge in dieser Liga wirken vielseitig, frech und witzig und sind aus dem urbanen Bereich kaum mehr wegzudenken.

foto: vw

2011 brachte Volkswagen mit dem up! seine eigene Vorstellung von moderner Kleinwagengestaltung auf den Markt, natürlich eine Erfolgsgeschichte. Zum Facelift ging es um die Fortsetzung des bisher Guten und um die Kunst, Bewährtes vorsichtig zu verbessern – keine einfache Aufgabe, aber der Schritt hat sich ausgezahlt.

Begehrter Viertürer

Die viertürige up!-Version ist in Österreich die meistgesuchte Variante, gegenüber dem Zweitürer steht sie im Verhältnis 2:1. Außen ist das Fahrzeug um 60 mm in der Länge gewachsen, an den Innenraummaßen ändert sich aber nichts. Dennoch steigt es sich bequem ein und man könnte angesichts der komfortablen Vordersitze fast von Langstreckentauglichkeit sprechen. Statt bedrückender Kleinwagenenge herrscht vorne angenehmes Sitzgefühl – und falls das wen interessiert: Einst verfügte der Polo über solche Innenmaße. Die hintere Sitzbank dient jedoch eher als eine Ablagefläche für das Gepäck, allenfalls sind das Notsitze für kurze Transportwege.

foto: vw

Für das neue Optikgesamtkonzept zeichnet ein Trio kreativer, jugendlicher Designerinnen verantwortlich, frei nach dem englischen Spruch "Ladies to the front". Frauen haben oft ein besseres Gespür für Schönheit, so der Subtext bei der Präsentation. Im Programm stehen nun sieben neue Exterieurfarben – die Sitzmaterialien, die Abdeckung der Armaturen, das gesamte Interieur wurde auf die jeweilige farbliche Vorgabe abgestimmt. Viel italienischer Schönheitssinn also im Wolfsburger Paket, wahrscheinlich wurde deshalb die Präsentation an den Comer See verlegt.

Spiegeleffekt

Der Umstand, dass sich die Abdeckung des Armaturenbrettes stark in der Windschutzscheibe spiegelt, ist hingegen ein Kritikpunkt. Und an der Außenerscheinung hat sich trotz Längenwachstums auf den ersten Blick nur wenig verändert, die Neuerungen sind kaum sichtbar, als Beispiele seien LED-Tagfahrlicht oder ein markanter Heckdiffusor erwähnt.

foto: vw

Stolz ist man bei VW auf die Integration des Smartphones als Schaltstelle für Navigation, Radio, Telefon – selbst Handschrifterkennung ist möglich. Die Verfolgung der Strecke auf so einem winzigen Smartphone-Bildschirm ist aber mühsam, ein richtiges Navi wäre sicher vorteilhafter.

Und was tut sich motorisch? Da kehrt die Kraft des ersten Golf GTI in den up! zurück: Als neues Topaggregat kommt ein 1,0-Liter-Turbo-3-Zylinder mit 90 PS zum Einsatz. 185 km/h Spitze und eine Beschleunigung von 0-100 km/h in 6,6 sec machen den Kleinen zum Sportler, zum kleinsten gemeinsamen Renner gewissermaßen.

5 Gänge und 300 Watt

Beim Abrufen der Kraft grollt der Turbo in kraftvollen Tönen, ähnlich wie die Fans des hauseigenen Bundesligaklubs beim Heimspiel, und das 5-Gang-Getriebe dirigiert die Leistung in richtige Kanäle. Auf den Soundtest der 300-Watt-Anlage mit sieben Lautsprechern vor George Clooneys Haus in Como haben wir aber verzichtet. (Peter Urbanek, 5.7.2016)

Link

Volkswagen

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Artikelbild
    foto: vw
  • Artikelbild
    grafik: der standard
  • Artikelbild
    foto: vw
Share if you care.