Britische Torys: Johnsons Schwester nennt Gove "Selbstmordattentäter"

3. Juli 2016, 21:41
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In einer Kolumne teilt Rachel Johnson gegen den ehemaligen Weggefährten des Brexit-Aktivisten gehörig aus

Eineinhalb Wochen nach dem britischen EU-Referendum teilt die Schwester eines der Hauptprotagonisten des Brexit-Lagers zum Rundumschlag aus. Rachel Johnson, deren Bruder Boris als Favorit für die Nachfolge des Pro-EU-Premierministers David Cameron gegolten hatte, nennt Justizminister Michael Gove in ihrer Kolumne im Massenblatt "Daily Mail" einen "Selbstmordattentäter von Westminster" und "politischen Psychopathen". Gove galt lange als vergleichsweise wenig ambitionierte Personalreserve der EU-Gegner, Johnson als logischer nächster Regierungschef in London.

"Michael Gove hat Boris Johnson das Messer in die Rück- und Vorderseite gerammt", schreibt Rachel Johnson weiters. Und: "Er stieß ihn unter einen Bus, fuhr mehrmals über ihn rüber und erklärte dann, er müsse nun selbst für die Führung kandidieren." Hinter Goves plötzlichem Meinungsumschwung ortet die Kolumnistin das Zutun von dessen Ehefrau Sarah. Die überraschende Kandidatur Goves habe den ehemaligen Londoner Bürgermeister derart unter Druck gesetzt, dass er schließlich entnervt das Handtuch warf.

Johnson, der bei der Parteibasis als durchaus beliebt galt, hatte am Donnerstag angekündigt, nicht für den Parteivorsitz der Konservativen – und damit für das Amt des Premierministers – zu kandidieren.

Innenministerin Teresa May, die sich in der Brexit-Referendum weitgehend bedeckt gehalten hatte, gilt nun als Favorit für das höchste Regierungsamt an der Themse. (red, 3.7.2016)

  • Parteifreunde: Gove (li.) und Johnson in London.
    foto: afp photo / pool / mary turner

    Parteifreunde: Gove (li.) und Johnson in London.

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