EZB-Direktor Coeure sieht Wachstum in Europa gefährdet

3. Juli 2016, 15:09
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Die Umumkehrbarkeit des EU-Projekts werde durch das britische Votum in Frage gestellt, meint Coeure

Frankfurt – Die Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union wird nach Ansicht von EZB-Direktor Benoit Coeure negative Folgen für das Wirtschaftswachstum in Europa haben. Allerdings sei das Ausmaß noch unklar, sagte Coeure am Sonntag bei einer Konferenz in Aix-en-Provence. Zudem stelle das Votum die Unumkehrbarkeit des EU-Projekts infrage.

"Brexit hat ein Klima der Unsicherheit, der finanziellen Unsicherheit auf kurze Sicht geschaffen, und die Zentralbank kann darauf antworten und hat es schon getan", sagte Coeure. Die EZB habe weitere Instrumente, die sie bereit sei einzusetzen. "Gott sei dank mussten wir sie bislang nicht einsetzen, aber wir sind bereit, es zu tun."

Rascher Zeitplan

Coeure hatte vergangene Woche bereits betont, dass rasch Klarheit über den Zeitplan für den EU-Austritt Großbritanniens geschaffen werden müsse. Eine längere Phase der Unsicherheit sei mit wirtschaftlichen Kosten verbunden – vor allem für Großbritannien, aber auch für die EU.

Die Entscheidung der Briten vom 23. Juni hat die EU in eine tiefe Krise gestürzt. In Großbritannien tobt ein Machtkampf um die Nachfolge von Premierminister David Cameron, der sich für einen Verbleib in der Europäischen Union eingesetzt hatte. Die Kandidaten für seine Nachfolge sind sich uneins, wann die britische Regierung die Austrittserklärung nach Artikel 50 stellen soll. Während Innenministerin Theresa May und Justizminister Michael Gove erst im kommenden Jahr den Austritt beantragen wollen, plädiert die Kandidatin Andrea Leadsom dafür, dies so schnell wie möglich zu tun. (APA, 3.7.2016)

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