Österreich: Hunderte Feuerwehreinsätze und Millionenschaden durch Unwetter

3. Juli 2016, 10:54
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Ganze Ortszentren in Oberösterreich überflutet – Güterzug in der Steiermark gegen Mure geprallt

Wien – Unwetter und starke Regenfälle haben besonders am Samstagabend in mehreren Bundesländern große Sachschäden angerichtet. Im steirischen Mürztal prallte ein Güterzug gegen eine Mure und entgleiste, bei Salzburg war die Westbahnstrecke nach einem Blitzeinschlag mehrere Stunden gesperrt. In Tirol und Oberösterreich gab es Hunderte Feuerwehreinsätze. In der Landwirtschaft entstanden Millionenschäden.

Der Güterzug stieß am Samstagabend bei Wartberg gegen die abgegangene Mure. Der Lokführer wurde verletzt und die Südbahnstrecke zwischen Kindberg und Wartberg zumindest bis Sonntag gesperrt. Die steirischen Feuerwehren rückten in der Nacht zu 113 Einsätzen aus. Insgesamt waren rund 1.000 Feuerwehrleute damit beschäftigt, Keller auszupumpen, Straßen freizumachen und Verklausungen an Bächen zu beseitigen.

Blitz in Stellwerk eingeschlagen

Einen weiteren Bahnzwischenfall gab es durch das Unwetter am Samstagnachmittag in Salzburg. Die Westbahnstrecke war für drei Stunden gesperrt. Ein Blitz hatte in das Stellwerk Seekirchen eingeschlagen, zudem blockierten im Flachgau mehrere umgestürzte Bäume die Gleise. Die heftige Gewitterzelle führte zu mehreren Feuerwehreinsätzen. Umgestürzte Bäume mussten entfernt und Keller ausgepumpt werden.

In Oberösterreich wurden zahlreiche Gebäude überflutet, Bäche liefen über und Bäume stürzten um. Die Feuerwehr befreite mehrere Personen, die vom Wasser eingeschlossen wurden. Im Mittelpunkt standen die Bezirke Gmunden, Freistadt und Wels-Land. 900 Feuerwehrleute von 60 Feuerwehren waren im Einsatz. In der Gemeinde Laakirchen standen ganze Ortsteile unter Wasser. Auch in Bad Wimsbach-Neydharting wurde das gesamte Ortszentrum überflutet, weil der Wimsbach so rasch anstieg. In Tragwein trat der Kettenbach über die Ufer, ein Sägewerk stand unter Wasser, Teile eines Hauses und der Kanalisation wurden von den Wassermassen weggerissen.

Über 700 Notrufe in Tirol

Die Unwetterfront suchte am späten Samstagnachmittag auch den Großraum Innsbruck heim. Die Tiroler Landesleitzentrale verzeichnete innerhalb kurzer Zeit über 700 Notrufe. Keller wurden überflutet und auf den Straßen herrschten zeitweise chaotische Zustände. Besonders betroffen waren der Osten der Landeshauptstadt und umliegende Gemeinden. Im Zillertal gingen kleinere Muren ab.

In Niederösterreich sorgten heftige Regenfälle am Samstagabend in einigen Gemeinden im Bezirk Zwettl für Feuerwehreinsätze, sagte Franz Resperger, Sprecher des Landeskommandos, auf Anfrage. Straßen und Keller seien leicht überflutet worden. Der angerichtete Schaden habe sich in Grenzen gehalten.

Millionenschäden

Seit Donnerstag gab es in der Landwirtschaft Schäden von zwei Millionen Euro durch Hagelunwetter, berichtete die Österreichische Hagelversicherung am Sonntag in einer Aussendung. Betroffen waren Acker-, Obst- und Weinkulturen sowie der Gartenbau und Grünland in Niederösterreich, Salzburg, Tirol und der Steiermark. Allein in Salzburg wurde am Samstag ein Gesamtschaden von 600.000 Euro angerichtet.

Bis Montag soll es über Österreich laut Prognose der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) großteils trocken bleiben. Am Dienstag sind von Westen her wieder einzelne Schauer und Gewitter zu erwarten. (APA, 3.7.2016)

  • Unwetterschäden im Bezirk Hartberg.
    foto: apa/einsatzdoku.at/lechner

    Unwetterschäden im Bezirk Hartberg.

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