Russische Whistleblowerin Stepanowa darf laufen

1. Juli 2016, 18:18
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Leichtathletikverband sprach der Russin internationales Startrecht zu. Sie kann unter neutraler Flagge an Wettkämpfen teilnehmen

Monaco – Der Leichtathletikweltverband IAAF hat der Doping-Whistleblowerin Julia Stepanowa mit sofortiger Wirkung ein internationales Startrecht zugesprochen. Die Russin dürfe wegen ihrer Verdienste um einen sauberen Sport unter neutraler Flagge wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Damit rückt auch ein Start bei Olympia in Rio de Janeiro für die 29-jährige Mittelstrecklerin immer näher. Schon bei der EM in Amsterdam (6. bis 10. Juli) könnte sie ihr Comeback geben.

Stepanowa und ihr Mann hatten den Skandal um systematisches Doping in der russischen Leichtathletik mit ihren Aussagen in der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping" ins Rollen gebracht. Danach verließ das Ehepaar Russland aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen staatlicher Institutionen und setzten sich an einen geheimen Ort in die USA ab. Russische Leichtathleten sind bis auf Weiteres international gesperrt. Die IAAF erfüllte mit ihrer Entscheidung eine Forderung von IOC-Präsident Thomas Bach für einen möglichen Olympia-Start Stepanowas. "Zunächst muss die IAAF entscheiden. Dann müssen wir das vollumfänglich unter Berücksichtigung der persönlichen und rechtlichen Gesichtspunkte prüfen", hatte Bach gesagt. "Das kann man nicht mit einem Federstrich erledigen, weil Regeln der olympischen Charta in Frage stehen."

Die Doping-Prüfungs-Kommission der IAAF begründete ihre Entscheidung auf Grundlage der Regel 22.1A(c) mit ihrem "außergewöhnlichen Beitrag zum Schutz und zur Förderung sauberer Athleten". Zudem teilte der Verband mit, dass mehr als 80 russische Athleten Anträge für Ausnahmeregelungen gestellt hätten. Diese würden geprüft. (sid, 1.7.2016)

  • Stepanowa hat den Skandal ins Rollen gebracht.
    foto: ap/chernykh

    Stepanowa hat den Skandal ins Rollen gebracht.

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