Neun Wochen Sommerferien: Nicht nur Sache der Eltern

Kommentar1. Juli 2016, 18:22
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Eine sommerliche Betreuung würde die Chance bieten, die Kinder besser auf das Schuljahr einzutakten

Im Osten Österreichs war es am Freitag so weit, der Rest des Landes folgt Ende kommender Woche: Ferien. Große. Oder besser: lange. Sehr lange. Neun Wochen lang ist es jedes Jahr Sache der Eltern, wie sie ihre Schulkinder beaufsichtigen, beschäftigen, verhindern, dass diese im Kinderzimmer unbemerkt zu Junkfood mampfenden Messies und Social-Media-Nerds mutieren. Die Gefahr besteht – denn Eltern können selten so viele Wochen am Stück Urlaub nehmen (es sei denn, sie sind Lehrer).

Neun Wochen Sommerferien in ihre Jahresplanung zu integrieren ist für die meisten Eltern schwierig. Es gibt nur zwei Lösungen für dieses Dilemma: entweder Ferien verkürzen, oder die Schulen müssen – zumindest für einige Wochen – ein Sommerbetreuungsprogramm anbieten.

Einige Bildungsexperten argumentieren, der Leistungs- und Arbeitsdruck auf die Kinder während des Schuljahres werde immer größer, sie brauchten diese lange Pause. Auf der anderen Seite steht, dass den meisten gegen Ende der Ferien erkennbar fad ist – zwei bis drei Wochen weniger würden da nicht den großen Unterschied ausmachen.

Eine sommerliche Betreuung würde die Chance bieten, die Kinder besser auf das Schuljahr einzutakten. Sie würde den Schulen auch Argumente liefern, warum sie Unterstützungspersonal (etwa Freizeitpädagogen) brauchen.

Wenn es eine umfassende Bildungsreform geben soll, dann muss man dabei auch über die Ferien reden. (Petra Stuiber, 1.7.2016)

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