Spanien: Unbekannte Spinnenart in Landwirtschaftgebiet entdeckt

3. Juli 2016, 13:03
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Cheiracanthium ilicis zählt zu den Dornfingern und ist ganz auf Steineichen spezialisiert

Albacete – Bislang unbekannte Spinnenarten dürfte es noch ohne Ende geben. Der uruguayische Forscher Carlos Perafán, der vor kurzem in Kolumbien eine inzwischen nach Gabriel García Márquez benannte Vogelspinne entdeckt hat, schätzt, dass alleine an Vogelspinnen noch 1.000 bis 2.000 noch nicht identifizierte Spezies der Entdeckung harren. Und die stellen immerhin die am wenigsten übersehbaren Exemplare ihrer Klasse.

Dass sie dennoch bislang verborgen blieben, liegt daran, dass der Großteil der hypothetischen Unbekannten in kaum bis gar nicht vom Menschen besiedelten Gebieten leben dürfte. Aber unerwartete Entdeckungen kann man auch dort machen, wo es an Menschen nicht mangelt, wie eine Meldung aus Spanien zeigt.

Die Neue

Eduardo Morano von der Universität Castilla-La Mancha und Raul Bonal von der Universität Extremadura berichten im Journal "ZooKeys", dass die von ihnen Cheiracanthium ilicis benannte Spinne keineswegs in einer unberührten Umgebung vorkommt. Sie bewohnt Steineichen, wie sie in Zentralspanien häufig am Rand von Getreidefeldern stehen.

Ausgewachsene Exemplare des orangeroten Tiers, das zur Gattung der Dornfinger gehört, haben eine Körperlänge von einem Zentimeter. Ihre Mundwerkzeuge sind wie bei ihrer bereits bekannten Verwandtschaft recht groß und können auch menschliche Haut durchdringen. Das Gift ist laut den Forschern jedoch harmlos.

Die Jungtiere der Spezies sind grünlich gefärbt – laut den Forschern tarnen sich die Jungspinnen als Eichensprossen. Offenbar ist die Spezies ganz auf Steineichen spezialisiert. Bei den vereinzelt stehenden Bäumen handelt es sich um die Reste der Urwälder, die Spanien einst bedeckten. Aufgrund ihrer unerwarteten Entdeckung betonen die Forscher daher, wie wichtig der Schutz dieser letzten Steineichen ist, die als Minilebensräume nicht nur für Spinnen fungieren. (red, 3. 7. 2016)

  • Unauffällig sehen die bislang übersehenen Exemplare von Cheiracanthium ilicis in erwachsenem Zustand eigentlich nicht aus.
    foto: raul bonal

    Unauffällig sehen die bislang übersehenen Exemplare von Cheiracanthium ilicis in erwachsenem Zustand eigentlich nicht aus.

  • Die Jungtiere hingegen geben sich sicherheitshalber dezent.
    foto: raul bonal

    Die Jungtiere hingegen geben sich sicherheitshalber dezent.

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