"Krone" statt Kampagne!

Kolumne1. Juli 2016, 17:13
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Freistoß, Eckball, Elfmeter – es sind, das weiß jedes Kind, immer öfter die Standard-Situationen, die im Fußball entscheiden. Umso mehr wurmt es den Standard, dass er, wenn's um den Titel "offizielle Zeitung des Nationalteams" geht, ein ums andere Mal das Nachsehen hat. Denn "offizielle Zeitung des Nationalteams" ist und bleibt die Kronen Zeitung. Den Titel sieht die Krone als Auszeichnung und Auftrag zugleich – aber nicht für sich selbst, sondern fürs Team.

Dieses gehörte, hat ein Kolumnist konsterniert konstatiert, "keinesfalls unter die 16 besten Mannschaften der EURO". Dabei habe die Krone vor der Formschwäche der Spieler im Vorfeld "ja gewarnt – aber anstatt auf unseren Expertenkreis aus den besten Sportjournalisten des Landes und ehemaligen Fußballgrößen zu hören, bunkerte man sich ein und empfand jede Kritik als Majestätsbeleidigung". Eine "Kampagne" gar sei im Fußballbund vermutet worden. Die Situation habe "an die letzten Jahre der Kanzlerschaft von Werner Faymann, der auch nur noch auf ganz wenige Berater hörte", erinnert. Die Kronen Zeitung und Kampagnen? Aber geh – ganz im Gegenteil. Man sollte überhaupt viel öfter auf die Kronen Zeitung hören.

Was uns alles erspart geblieben wäre: die zwanzig Jahre währende Rechtschreibverirrung. Die vielen schweren Fußgängerunfälle auf der Mariahilfer Straße. Und erst das ganze Gschisti-gschasti um die Bundespräsidentenwahl. Wenn's 2010 nach dem "Alten" in der Muthgasse gegangen wäre, hätte sich Hofer die Kandidatur aufzeichnen können und Van der Bellen keine Chance gehabt. Dann stünde Barbara Rosenkranz vor ihrer zweiten Amtszeit. (Fritz Neumann, 1.7.2016)

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