Neue gemeinsame Lehrerstudien von Unis und PHs ab Herbst

1. Juli 2016, 13:30
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Mit der Clusterregion Mitte (Salzburg, Oberösterreich) hat der letzte Verbund den Kooperationsvertrag unterzeichnet – Insgesamt vier Verbünde zur künftigen Sekundarlehrer-Ausbildung

Wien – Die Struktur für die neue Lehrerausbildung der Sekundarstufe steht: Am Donnerstag wurde in der Clusterregion Mitte (Salzburg, Oberösterreich) der letzte Kooperationsvertrag zwischen Pädagogischen Hochschulen (PH) und Universitäten unterzeichnet. Die Verträge der anderen Regionen stehen bereits. Damit werden laut Bildungsministerium alle neuen Lehramtsstudien planmäßig im Herbst starten können.

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) spricht in einer Aussendung von einem weiteren "Meilenstein in der österreichischen Bildungspolitik": Durch die Gleichwertigkeit der pädagogischen Berufe steige die Ausbildungsqualität, auch das gemeinsame Professionsverständnis werde gestärkt.

Cluster-Lösungen

Die Kooperationen von Unis und PH in Clustern bzw. Verbünden sind Teil der neuen Pädagogenausbildung. Diese sieht vor, dass alle Lehrer der allgemeinbildenden Fächer der Sekundarstufe (v.a. Neue Mittelschule/NMS, AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schulen/BMHS) gemeinsam studieren. Bisher wurden AHS- und BMHS-Lehrer an den Unis ausgebildet, Pflichtschullehrer (neben NMS auch Polytechnischer Schulen und Sonderschulen) hingegen an den PH.

Im neuen System dürfen PH hingegen nur noch dann Studien für Sekundarstufenlehrer anbieten, wenn sie mit einer Uni kooperieren und gemeinsame Studienpläne einsetzen. Dadurch soll mehr Wissenschaftlichkeit in der Ausbildung sichergestellt werden. Neu ist außerdem, dass nun auch an den Universitäten Aufnahmeverfahren für das Lehramtsstudium stattfinden müssen.

Vier Verbünde

In der Praxis haben sich dafür vier Verbünde gebildet: Schon 2015 wurde der Verbund Süd-Ost gegründet (Unis Graz, Klagenfurt, Kunstuni Graz, Technische Uni Graz, PHs Steiermark, Kärnten und Burgenland, Kirchliche PH Steiermark). Mitte Juni haben der Verbund West (Uni Innsbruck, PH Tirol, PH Vorarlberg, Mozarteum Salzburg, KPH Edith Stein) und der Verbund Nord-Ost (Uni Wien, PH Wien, KPH Wien, PH Niederösterreich, PH für Agrar- und Umweltpädagogik) ihre Zusammenarbeit fixiert.

Bis auf den Verbund Nord-Ost sind in allen Clustern auch Kunstunis vertreten. In Wien und Niederösterreich führt das dazu, dass vorerst Zeichen-, Werk- und Musiklehrer nur noch von den drei Kunstuniversitäten ausgebildet werden können. Die Zahl der Absolventen aus diesen Häusern ist allerdings gering, schon jetzt herrscht Personalmangel in den betreffenden Fächern. Bildungs- und Wissenschaftsministerium setzen weiter auf eine gemeinsame Lösung. Die PH erwägen als Alternativlösung Kooperationen mit anderen Universitäten im In- oder Ausland, sollten die Wiener Kunstunis (Universität für Angewandte Kunst, Akademie der Bildenden Künste, Universität für Musik und darstellende Kunst) auch künftig zu einer Zusammenarbeit bereit sein. (APA, 1.7.2016)

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