Heimo Zobernig: Patt statt schachmatt

1. Juli 2016, 16:28
6 Postings

Der Österreicher mit neuesten Arbeiten in der Galerie Meyer Kainer

Ob die Figuration in Heimo Zobernigs Werk zurückkehrt oder nicht, darüber entscheidet in dessen neuesten Arbeiten ganz allein der Betrachter: Will er der Einladung folgen, auf einem der mit Kunstfell bedeckten Podeste (Scherenpodeste für den Bühnenbau) herumzulümmeln oder sich auch gerne kunstvoller auf dem Schachbrettmuster zu drapieren – oder nicht? Wirklich gemütlich liegt man dort nicht, so viel sei verraten – aber der Idee, "sich selbst ins Bild zu setzen" und damit die Abstraktion in ihr Gegenteil zu verkehren, kann man einfach nicht widerstehen.

Ja, vom besonderen Zobernig-Humor zeugt allein schon die Entscheidung, dem Raster als Sinnbild des Rationalen in Form eines Schachbretts auch einen spielerischen Zug zu verleihen: Er ist charmant, transportiert aber immer auch formale Aspekte. Eine tatsächlich der Narration eine Absage erteilende Schachbrett-Malerei zeigt Zobernig eine Etage höher sehr wohl. Aber die Skulpturen im Parterre der Galerie Meyer Kainer reagieren auf die Gretchenfrage der Kunst mit einem Patt, also unentschieden. (Anne Katrin Feßler, 1 .7.2016)

Bis 23. 7., Galerie Meyer Kainer

Eschenbachgasse 9, 1010 Wien

  • Abstraktion oder Figuration, das ist hier Heimo Zobernigs Frage.
    foto: marcel koehler

    Abstraktion oder Figuration, das ist hier Heimo Zobernigs Frage.

Share if you care.