Luchsprojekt: Nach Rückschlägen wieder Hoffnung auf Nachwuchs

1. Juli 2016, 12:16
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Jungtier Lakota hat Interesse für Damenwelt entdeckt

Molln – Verschwundene und geschossene Luchse, eine tödliche Krankheit – das Luchsprojekt im Nationalpark Kalkalpen hatte zuletzt mit Rückschlägen zu kämpfen. Nun besteht aber wieder Hoffnung auf Nachwuchs: Der junge "Lakota" dürfte im Frühling die Damenwelt entdeckt haben. Auch ein juristischer Erfolg ist zuvermelden: Jene Jägerin, die einen Luchs geschossen hat, muss 12.101 Euro Schadenersatz leisten.

Die Frau hatte wegen des Abschusses bereits rechtskräftig drei Monate bedingt und 1.920 Euro Geldstrafe ausgefasst. Den Schadenersatz musste der Nationalpark auf dem Zivilrechtsweg einklagen. Am Dienstag wurde die Jägerin – nicht rechtskräftig – zu 12.101 Euro Schadenersatz verurteilt, bestätigte das Gericht am Freitag entsprechende Medienberichte.

Einen Tag darauf bekam ihr Mann, der auch einen Luchs geschossen haben soll, eine Geldstrafe von 11.160 Euro. Er muss ebenfalls 12.101 Euro Schadenersatz zahlen – alles nicht rechtskräftig.

Fünf Luchse wieder nachgewiesen

Aber nicht nur vor Gericht, auch in freier Wildbahn läuft er derzeit rund: Im ersten Halbjahr 2016 konnten alle fünf bekannten Luchse wieder in der Region nachgewiesen werden, wie der Nationalpark in seinem Newsletter berichtet.

Der 2014 geborene Lakota soll in der diesjährigen Paarungszeit erstmals Interesse für zumindest zwei Katzen gezeigt haben. Es sei möglich, dass Kindersegen ins Haus steht. Das ist für die Betreiber des Luchs-Projektes umso erfreulicher, als in den vergangenen Jahren alle erfahrenen Kuder (männliche Tiere, Anm.) verschwunden sind.

Von Pankraz, Juro, Jago fehlt seit langem jede Spur. Zwei weitere Tiere wurden – B7 nachweislich, Klaus vermutlich – geschossen. Ein Jäger-Ehepaar wurde dafür verurteilt, nach wie vor laufen Ermittlungen. Der Versuch des Nationalparks, ein weiteres Männchen auszuwildern, scheiterte im Frühling.

Der Schweizer Wildfang musste eingeschläfert werden, weil er am Felinen Immundefizienz-Virus (FIV, "Katzenaids") litt. Die beiden vor einigen Jahren ausgewilderten Luchsdamen Freia und Kora blieben männerlos mit ihren Nachkommen übrig. Diese kommen nun allerdings selbst ins geschlechtsreife Alter. (APA, 1.7.2016)

  • Artikelbild
    foto: apa/nationalpark kalkalpen
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