360-Grad-Videos: Wie Piraten Filme auf Youtube verstecken

30. Juli 2016, 10:16
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"Clueless" in harmlos erscheinendem Clip zu sehen – Automatisches Erkennungssystem für urheberrechtsgeschützte Inhalte versagt beim neuen Format

360-Grad-Videos sind ein relativ junges Format auf der Videoplattform Youtube. Sie ermöglichen es, sich in den Aufnahmen umzusehen oder mittels VR-Brille quasi darin einzutauchen. Findige User haben nun einen weiteren Vorteil entdeckt und damit begonnen, komplette Filme in den Aufnahmen zu verstecken.

Ein Beispiel ist etwa ein mittlerweile gelöschtes Video, das auf dem ersten Blick nur die Innenaufnahme eines Büros zeigt, schreibt The Verge. Doch wer sich darin umsieht, findet einen bildschirmfüllenden Abschnitt, in dem der Film "Clueless" läuft, eine Teenie-Komödie aus dem Jahr 1995.

Content ID scheitert bei 360-Grad-Aufnahmen

Auf Youtube wird der Upload von urheberrechtlich geschütztem Material üblicherweise durch ein System namens "Content ID" verhindert. Dieses prüft Videos und Tonspuren auf "Muster" der Werke in einer Datenbank. Wird Inhalt entdeckt, der nicht unter dem eigenen Copyright steht, folgen je nach Rechtesituation unterschiedliche Maßnahmen. Diese reichen von einer Sperre des Videos über die Deaktivierung der Tonspur bis zu regionsspezfischen Blockaden.

foto: paramount pictures/the verge

Bei 360-Grad-Videos, so zeigt dieser Fall, funktioniert der Abgleich aber offenbar noch nicht. Allerdings leidet durch die Einbettung in das Rundum-Video die Darstellungsqualität. Der Upload von ganzen Filmen auf Youtube ist mittlerweile ein recht seltenes Phänomen geworden.

Dass das neue Bewegtbildformat daran etwas ändern wird, ist eher auszuschließen. Die illegale Verbreitung von Musik und Videos läuft heute meist über P2P-Technologien wie BitTorrent. (gpi, 30.07.2016)

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