Spotify-App abgelehnt: Apple missbrauche App-Regeln als "Waffe" gegen Konkurrenz

1. Juli 2016, 10:31
72 Postings

Der Musikdienst wirft Apple einen Verstoß gegen die Wettbewerbsregeln vor

Spotify erhebt schwere Vorwürfe gegen Apple. Der Dienst behauptet, Apple blockiere mutwillig eine neue Version seiner iOS-App. Beide Unternehmen konkurrieren im hart umkämpften Musik-Streamingmarkt. Wenn Spotify seine App nicht aktualisieren dürfe, entstehe dem Unternehmen und seinen Nutzern "großer Schaden", heißt es in einem Anwaltsschreiben an Apple.

Spotify-Abo über iOS-App teurer

Apple habe ein Update der App abgelehnt, weil Spotify sich nicht an die Geschäftsbedingungen des App Stores halte, berichtet "Recode" unter Berufung auf das Anwaltsschreiben. Der IT-Konzern erlaubt keine alternativen Abrechnungssysteme und verlangt eine Provision von 30 Prozent. Während Spotify über die iOS-App 13 US-Dollar pro Monat verlangt hatte, kostet das Abo außerhalb des App Stores 10 Dollar. Zudem hatte das Unternehmen kürzlich Promo-Aktion gestartet, bei der Nutzer den Dienst um 0,99 Dollar für drei Monate anmelden können.

Damit warb Spotify auch bei iPhone-Nutzern. Apple habe daraufhin mit dem Rausschmiss der App gedroht, weshalb Spotify die Praxis eingestellt und die Bezahloption über den App Store deaktiviert hatte. Die Umgebung des eigenen Abrechnungssystem erlaubt Apple aber nicht. Was nun dazu geführt haben soll, dass Apple das jüngste Update zurückwies. Beide Konzerne haben noch keine offiziellen Stellungnahmen abgegeben.

Kritik: Verstoß gegen Wettbewerbsregeln

Die Regeln für Abos hatten schon zuvor für Kritik gesorgt. Amazon bietet daher etwa eine abgespeckte Version seiner App an. Laut CEO Jeff Bezos sei das auch der Grund, wieso Amazon die Settop-Box Apple TV nicht mehr verkaufe. Für Spotify verstößt Apple damit sowohl in den USA als auch in der EU gegen das Wettbewerbsrecht, wenn es seine Kontrolle über den App Store nutzt, um Spotify schlechter zu stellen. Apple verwende den Genehmigungsprozess für Apps als "Waffe" gegen seine Konkurrenten.

Der Musikdienst hat nach eigenen Angaben 30 Millionen zahlende Nutzer, während Apple Music nur auf 15 Millionen kommt. Jüngsten Gerüchten zufolge, könnte Apple aber bald aufrüsten. Laut einem Bericht des "Wall Street Journals" ist der Konzern an Jay-Zs Dienst Tidal interessiert. (red, 1.7.2016)

  • Spotify (im Bild CEO Daniel Ek) wirft Apple einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor.
    foto: reuters/shannon stapleton

    Spotify (im Bild CEO Daniel Ek) wirft Apple einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor.

Share if you care.