New York – Das durch die "Tribute von Panem"-Kinofilme und die TV-Serie "Mad Men" bekannte US-Filmstudio Lionsgate steigt groß ins Pay-TV-Geschäft ein. Es wird das Fernsehunternehmen Starz zu einem Preis von 4,4 Milliarden Dollar (knapp vier Milliarden Euro) aufkaufen, wie Lionsgate am Donnerstag mitteilte.

Durch den Deal will Lionsgate zu einem weltweit führenden Player im Film- und Fernsehgeschäft werden. Durch den Zusammenschluss würden zwei Unternehmen mit "starken Marken, sich gegenseitig ergänzenden Stärken und führende Rollen in unserer Industrie" vereint, erklärte die Lionsgate-Führung.

Mit dem Aufkauf reagiert Lionsgate auf die sich weltweit verändernden Konsumgewohnheiten des Publikums, das Filme und Fernsehserien zunehmend über das Internet anschaut. Der Pay-TV-Anbieter Starz hatte Anfang des Jahres einen Onlinekanal gestartet, der bereits 56 Millionen Abonnenten hat. Über die App lassen sich auch die Programme der Schwestermarke Encore verfolgen.

Mit dem Online-Angebot zog Starz nicht nur gegenüber den Pay-TV-Konkurrenten HBO und Showtime nach, die einen solchen Dienst schon länger im Angebot haben, sondern reagierte auch auf das Wachstum reiner Online-Film- und Serienanbieter wie Amazon und Netflix. Lionsgate und Starz werden nach ihrem Zusammenschluss der Mitteilung zufolge ihren Nutzern eine Mediathek mit insgesamt 16.000 Filmen und Fernsehserien anbieten. Die kombinierten Umsätze beider Unternehmen werden sich demnach auf etwa vier Milliarden Dollar belaufen. (APA, 30.6.2016)