Antarktisches Ozonloch beginnt sich langsam zu schließen

30. Juni 2016, 20:05
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Rund drei Jahrzehnte nach dem Montreal-Protokoll gibt es Hinweise darauf, dass sich die Ozonschicht stabilisiert

Cambridge – Was dem Kioto-Protokoll in Sachen Klimaschutz versagt blieb, konnte das 1989 in Kraft getretene Montreal-Protokoll für den Schutz der Ozonschicht offenbar leisten: Ein internationales Forscherteam berichtet in "Science", dass sich das Ozonloch über der Antarktis langsam zu schließen beginnt.

"Wir können jetzt sicher sein, dass die Entscheidungen, die wir getroffen haben, den Planeten auf den Weg der Heilung gebracht haben", sagt Susan Solomon, Hauptautorin der Studie. Noch im vergangenen Jahr zeigten sich Experten irritiert wegen der damals festgestellten immensen Ausdehnung des Ozonlochs. Das gemessene Rekordhoch sei jedoch auch auf den Ausbruch des Vulkans Calbuco in Chile zurückzuführen, schreiben die Forscher nun in ihrer Studie.

FCKW-Stopp wirkt

Das Team um Solomon (MIT) hatte die jährliche mittlere Dicke der Ozonschicht und die Größe des Ozonlochs über der Antarktis im Monat September zwischen 2000 und 2015 ermittelt. Das Ozonloch öffnet sich jedes Jahr im Frühling auf der Südhalbkugel. Dann sorgt die nach dem langen Polarwinter einsetzende Sonneneinstrahlung dafür, dass die ozonschädigenden Stoffe, die sich im Winter angereichert haben, ihre Wirkung entfalten können.

Die Forscher analysierten nun Daten sowie Satelliten-Messungen von Schwefeldioxid, das bei Vulkanausbrüchen frei wird und den Ozonabbau beschleunigen kann. Außerdem berücksichtigten sie verschiedene meteorologische Daten. Die September-Messwerte verglichen sie dann mit solchen aus Simulationen, die die Entwicklung der Ozonwerte unter verschiedenen Bedingungen vorausberechneten.

Dabei zeigte sich, dass das September-Ozonloch zwischen den Jahren 2000 und 2015 um mehr als vier Millionen Quadratkilometer geschrumpft ist. Der Tag, an dem eine bestimmte Größe des Ozonlochs überschritten wird, verschiebe sich Jahr für Jahr weiter nach hinten, schreiben die Forscher. Sie konnten außerdem zeigen, dass die Abnahme des Ozonlochs zu mehr als 50 Prozent auf den Rückgang der verursachenden Chemikalien – vor allem Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) – in der Ozonschicht zurückzuführen sei. (APA, 30. 6. 2016)

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