Bonobos: Täuschung sorgt für ein friedliches Matriarchat

1. Juli 2016, 05:30
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Leipzig – Mit auffälligen Schwellungen im Genitalbereich signalisieren die Weibchen vieler Primatenarten maximale Empfängnisbereitschaft – nicht so bei Bonobos, wie Max-Planck-Forscher im Fachblatt "Evolutionary Biology" berichten. "Was auch immer die Sexualschwellungen weiblicher Bonobos mitteilen mögen, ein zuverlässiges Signal für erhöhte Empfängnisbereitschaft sind sie nicht", fasst Studienkoautor Tobias Deschner die Ergebnisse zusammen.

Messungen des Hormonspiegels mittels Urinproben zeigten, dass die fruchtbarsten Tage keineswegs mit den Zeiten zusammenfallen müssen, in denen die Schwellungen am größten sind. Hier werden regelmäßig falsche Eisprünge vorgegaukelt und echte geheimgehalten.

Paarungen geraten damit zum Lotteriespiel, so die Forscher um Pamela Heidi Douglas vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. Aggressiven männlichen Konkurrenzkämpfen, wie sie bei anderen Primaten während der Paarungszeit verstärkt auftreten, wird damit die Grundlage entzogen. Zugleich erhöht sich der Spielraum der Weibchen bei der Partnerwahl, was ihre dominante Rolle in der Bonobogesellschaft stärkt. (red, 1. 7. 2016)

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